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HOCHSCHULUMFRAGE

Unternehmen erwarten Praxisbezug und soziale Kompetenzen

Der Fachkräftemangel ist eine der größten Herausforderungen in den kommenden Jahren und entscheidend für die Innovationsfähigkeit der Unternehmen. Die deutsche Wirtschaft benötigt mehr denn je qualifizierte Fachkräfte. Deshalb kommt der Qualität der Hochschulausbildung eine große Bedeutung zu.

Der DIHK befragt regelmäßig Betriebe, welche Kompetenzen Hochschulabsolventen beim Berufseinstieg mitbringen sollten und welche Erfahrungen sie mit Bachelor- und Master-Absolventen machen. Hier die zentralen Ergebnisse der Umfrage unter 2.175 Unternehmen:

Praxisbezug ist von zentraler Bedeutung
34 Prozent der Unternehmen haben sich in der Probezeit bereits wieder von Hochschulabsolventen getrennt – vor allem, weil diese theoretisches Wissen im Unternehmensalltag nicht praktisch umsetzen konnten. Im Vergleich zur letzten Umfrage aus dem Jahr 2007 ist hier keine Verbesserung eingetreten. Mehr Praxisbezug muss deshalb ein integrierter Bestandteil aller Studiengänge sein. Dazu gehören Pflichtpraktika, Projektarbeit ab dem ersten Semester und ein intensiverer Austausch zwischen Hochschule und Wirtschaft über die Lehrinhalte.

Bachelor und Master noch nicht überall erfolgreich
Rund zwei Drittel der Unternehmen bewerten die Absolventen der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge positiv. Allerdings stockt die Reform, denn im Vergleich zur letzten Umfrage hat sich die Akzeptanz der neuen Abschlüsse nicht verbessert. Fortschritte bei der Verbesserung der Berufsbefähigung der Absolventen, eines der zentralen Ziele der Reform, sind nicht überall eingetreten. Viele Hochschulen haben im Wesentlichen die Inhalte der alten Studiengänge übernommen, ohne sie auf die neuen Studienziele passgenau auszurichten. Der DIHK fordert deshalb: Die Hochschulen dürfen in ihren Reformbemühungen nicht nachlassen und müssen die Studieninhalte im Hinblick auf ihre Arbeitsmarktrelevanz ständig hinterfragen, um so die Qualität des Studiums weiter zu verbessern.

Soziale Kompetenzen spielen eine wichtige Rolle
Die Top-Kompetenzen, die die Unternehmen von Hochschulabsolventen erwarten, sind Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewusstsein. Auch Kommunikations- und Teamfähigkeit werden von den Unternehmen sehr geschätzt. Fachwissen ist zwar wichtig, wird aber als selbstverständlich vorausgesetzt. Konkret bedeutet dies: Wenn sich zwei fachlich gute Absolventen bewerben, bekommt derjenige mit mehr „Soft Skills“ den Zuschlag. Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung spielen Auslandserfahrungen und das Einhalten der Regelstudienzeit nicht die allein ausschlaggebende Rolle für die Mehrheit der Unternehmen. Stattdessen werfen die Unternehmen einen wesentlich detaillierteren Blick auf die Absolventen.

Duale Studiengänge im Trend
Viele Unternehmen haben bereits – in der Regel positive – Erfahrungen mit dualen Studiengängen gemacht. Duale Studiengänge an Fachhochschulen und Berufsakademien verknüpfen ein Hochschulstudium mit einer betrieblichen Ausbildung. Studierende erhalten so schon während des Studiums praktische Einblicke in das Berufsleben. Und die Lehrinhalte aus der Ausbildung helfen beim Verständnis der Theorie in den Vorlesungen und Seminaren. Gerade in strukturschwachen Regionen sind duale Studiengänge zugleich eine gute Möglichkeit, um Fachkräfte in der Region zu halten. 23 Prozent der Unternehmen planen, in der Zukunft ihre Mitarbeiter über duale Studiengänge zu qualifizieren. Hier herrscht also noch ein großes Potenzial für Angebote seitens der Hochschulen.

Sie finden die Ergebnisse der Umfrage rechts unter Downloads oder unter nachfolgendem Link: www.dihk.de/hochschulumfrage.

 
 

DOKUMENT-NR. 82612

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