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BUNDESVERBAND DER ENERGIE-ABNEHMER

VEA-Fernwärme-Preisvergleich 2013

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) macht durch seinen jährlichen Bundes-Fernwärmepreisvergleich den Fernwärmemarkt transparenter.

Der VEA belegt in seiner Studie (Stichtag 1. Oktober 2013), dass das Heizen mit Fernwärme für Unternehmen weiterhin teuer bleibt. Der Preisvergleich umfasst für die alten Bundesländer 66 Fernwärmeversorgungsunternehmen (FVU) mit insgesamt 68 Fernwärmenetzen und für die neuen Bundesländer 24 FVU mit insgesamt 24 Netzen. Damit sind am Fernwärme-Preisvergleich 90 FVU mit insgesamt 92 Netzen beteiligt.

Alte Bundesländer: Fernwärmepreisniveau variiert stark

Aus der Untersuchung geht hervor, dass die Fernwärmepreise in den alten Bundesländern innerhalb des letzten Jahres im Mittel kaum verändert haben; die Preise sind durchschnittlich um 0,2 Prozent gestiegen. Die Preisentwicklung ist dabei aber je nach Versorgungsunternehmen sehr unterschiedlich. Die größte Preiserhöhung ist bei den Stadtwerken Pirmasens mit 16,1 Prozent festzustellen. Ebenfalls deutliche Preiserhöhungen haben die Entsorgungsbetriebe Solingen (12,5 Prozent), Stadtwerke Kempen (8,7 Prozent), die Stadtwerke Neustadt/Weinstraße (8,2 Prozent), die RheinEnergie in Köln (7,6 Prozent) und die Steag Fernwärme in Essen (7,5 Prozent) vorgenommen. Drei Versorger haben die Preise gesenkt: Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg (-14,2 Prozent), Stadtwerke Augsburg (-10 Prozent) und HKW Heilbronn (-8,8 Prozent). Für den Zeitraum der letzten fünf Jahre (seit dem 1. Oktober 2008) beträgt die kumulierte durchschnittliche Fernwärme-Preiserhöhung 7,2 Prozent. Die Preisveränderungen bewegen sich zwischen einer Preissenkung -23,2 Prozent bei den Stadtwerken Speyer und einer Preiserhöhung von 38,5 Prozent bei den Entsorgungsbetrieben Solingen.

Die teuersten und die billigsten

Die Preise der einzelnen FVU untereinander weisen sehr starke Schwankungen auf. Bei einer Benutzungsdauer von 1.500 h/a (Jahresbezugsmenge 900 MWh/a dividiert durch die Leistung von 600 kW) liegen die Preise zwischen 62,74 Euro/MWh bei den Stadtwerken Rosenheim und 104,07 Euro/MWh bei der Gas- und Wasserversorgung Fulda; bezogen auf den niedrigsten Preis beträgt damit der relative Preisunterschied 66 Prozent.

Bei einer Benutzungsdauer von 2.000 h/a (1.200 MWh/a und 600 kW) reicht die Preisspanne von 50,48Euro/MWh bei den Stadtwerken Heidelberg Energie bis 101,52 Euro/MWh bei der Gas- und Wasserversorgung Fulda. Der relative Unterschied beträgt hier, wiederum auf den niedrigsten Preis bezogen, über 100 Prozent. Für die am Vergleich beteiligten 66 FVU mit 68 Netzen errechnet sich im Mittel für eine Benutzungsdauer 1.500 h/a eine Wärmepreis von 75,94 Euro/MWh und für 2.000 h/a ein Wärmepreis von 71,43 Euro/MWh. Beide Abnahmefälle ergeben einen durchschnittlichen Wärmepreis von 73,69 Euro/MWh.

Die Reihenfolge der zehn teuersten FVU lautet: Gas- und Wasserversorgung Fulda, infra Fürth, e.on Avacon in Lüneburg, Gemeinde Trappenkamp, Entsorgungsbetriebe Solingen, Stadtwerke Pforzheim, Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg, Stadtwerke Gießen, Stadtwerke München und ENBW in Stuttgart. Das günstigste FVU ist zurzeit die Energieversorgung Offenbach. Es folgen Stadtwerke Rosenheim, Hertener Stadtwerke, Stadtwerke Heidelberg, Stadtwerke Kempen, Stadtwerke Karlsruhe, e.on Fernwärme in Gelsenkirchen, Stadtwerke Lemgo, Stadtwerke Kiel und Stadtwerke Flensburg im Primärnetz.

Neue Bundesländer

Auch in den neuen Bundesländern werden überwiegend Preissysteme angeboten, bei denen sich der Fernwärmepreis aus einem Grund- bzw. Leistungspreis (Euro/kW) sowie einem Arbeitspreis (Euro/MWh) zusammensetzt. Aufgrund der teilweisen sehr hohen Grund- oder Leistungspreise sind die erzielbaren durchschnittlichen Wärmepreise stark von der Jahres-Benutzungsdauer abhängig.

Preise im Osten 19,1 Prozent höher als im Westen

Für die 24 am Vergleich beteiligten FVU mit 24 Netzen errechnet sich im Mittel eine Benutzungsdauer von 1.500 h/a ein Wärmepreis von 91,28 Euro/MWh und für 2.000 h/a ein Wärmepreis von 84,25 Euro/MWh. Für beide Abnahmefälle zusammen beträgt der durchschnittliche Wärmepreis 87,76 Euro/MWh. Damit ist das Preisniveau in den neuen Bundesländern nach wie vor deutlich höher als in den alten Bundesländern. Auch in den neuen Bundesländern fällt die Fernwärmepreisentwicklung in den vergangenen zwölf Monaten je nach Versorger sehr unterschiedlich aus. Während die Preise Stadtwerken Forst um 18,2 Prozent sanken, ist die Fernwärme bei den Stadtwerken Jena/Pößneck um 7,5 Prozent teurer geworden.

Die Reihenfolge der drei teuersten FVU lautet für das Jahr 2012: Stadtwerke Pirna, Stadtwerke Frankfurt/Oder und e.on Avacon Wärme in Barleben. Die günstigsten Fernwärmepreise bieten die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda, Vattenfall Europe Wärme in Berlin und die Stadtwerke Eisenhüttenstadt.

Anmerkung: Bei diesem Preisvergleich sind die ebenfalls recht unterschiedlichen spezifischen Anschlusskosten (AK) unberücksichtigt, die je nach Versorgungsunternehmen zwischen 5 und 100 Euro/kW Anschlussleistung betragen können. Bei einem Kapitaldienstfaktor von beispielsweise 0,12 und einer Benutzungsdauer von 1.500 h/a würde die Einbeziehung der AK immerhin noch Preisaufschlägen von bis zu 8,00 Euro/MWh führen. Einige FVU bieten auch Preise an, die die Bereitstellung der Wärme frei Heizungsvorlauf beinhalten. Die Wärmeversorgungsanlage wird in diesen Fällen vom FVU kostenlos installiert; Wartungs- und Reparaturarbeiten gehen zu Lasten des FVU.

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