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BUNDESVERBAND DER ENERGIE-ABNEHMER

VEA-Fernwärme-Preisvergleich 2011

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) macht durch seinen jährlichen Bundes-Fernwärmepreisvergleich den Fernwärmemarkt transparenter.

Der VEA belegt in seiner Studie (Stichtag 1. Oktober 2011), dass sich die Fernwärmekunden auf drastisch steigende Preise in diesem Winter einstellen müssen. Der Preisvergleich umfasst für die alten Bundesländer 65 Fernwärmeversorgungsunternehmen (FVU) mit insgesamt 67 Fernwärmenetzen und für die neuen Bundesländer 22 FVU mit insgesamt 23 Netzen. Damit sind am Fernwärme-Preisvergleich 87 FVU mit insgesamt 90 Netzen beteiligt.

 Alte Bundesländer: Fernwärmepreisentwicklung variiert stark

 Aus der Untersuchung geht hervor, dass die Fernwärmepreise in den alten Bundesländern innerhalb des letzten Jahres im Mittel um 9,6 Prozent gestiegen sind. Die Preisentwicklung ist dabei aber je nach Versorgungsunternehmen sehr unterschiedlich. Die größte Preiserhöhung ist bei der Gas- und Wasserversorgung Fulda mit 24,5 Prozent festzustellen. Ebenfalls deutliche Preiserhöhungen haben die HKW Heilbronn (22,5 Prozent), die SÜC Coburg (21 Prozent), die Gemeinde Trappenkamp (20,7 Prozent), die TW Ludwigshafen (20,3 Prozent) und die EV Offenbach (20 Prozent) vorgenommen. Zwei Versorger haben auch entgegen der durchschnittlichen Entwicklung teilweise deutlich gesenkt: So sind bei der RWE Westfalen Weser Ems (-9,2 Prozent) und der swb in Bremen (-0,4 Prozent) die Fernwärmepreise gesunken. Für den Zeitraum der letzten fünf Jahre (seit dem 1. Oktober 2006) beträgt die kumulierte durchschnittliche Fernwärme-Preiserhöhung 18,4 Prozent. Die Preiserhöhungen bewegen sich zwischen -5,5 Prozent bei den Stadtwerken Kempen und 45,3 Prozent bei den Stadtwerken Völklingen.

Die teuersten und die billigsten

Die Preise der einzelnen FVU untereinander weisen sehr starke Schwankungen auf. Bei einer Benutzungsdauer von 1.500 h/a (Jahresbezugsmenge 900 MWh/a dividiert durch die Leistung von 600 kW) liegen die Preise zwischen 57,73 Euro/MWh bei den Stadtwerken Neumünster und 99,08 Euro/MWh bei den Stadtwerken München; bezogen auf den niedrigsten Preis beträgt damit der relative Preisunterschied 72 Prozent.

Bei einer Benutzungsdauer von 2.000 h/a (1.200 MWh/a und 600 kW) reicht die Preisspanne von 54,06 Euro/MWh bei den Stadtwerken Iserlohn bis 98,61 Euro/MWh bei der Gas- und Wasserversorgung Fulda. Der relative Unterschied beträgt hier, wiederum auf den niedrigsten Preis bezogen, 82 Prozent. Für die am Vergleich beteiligten 65 FVU mit 67 Netzen errechnet sich im Mittel für eine Benutzungsdauer 1.500 h/a eine Wärmepreis von 72,30 Euro/MWh und für 2.000 h/a ein Wärmepreis von 68,48 Euro/MWh. Beide Abnahmefälle ergeben einen durchschnittlichen Wärmepreis von 70,39 Euro/MWh.

Die Reihenfolge der zehn teuersten FVU lautet: Gas- und Wasserversorgung Fulda, Stadtwerke München, infra Fürth, e.on Avacon in Lüneburg, Energie- und Wasserversorgung Bonn, SÜC Coburg, swb in Bremen, Stadtwerke Gießen, Stadtwerke Hamm und Braunschweiger Versorgungs-AG. Das günstigste FVU sind zurzeit die Stadtwerke Iserlohn. Es folgen Stadtwerke Karlsruhe, Stadtwerke Kempen, Stadtwerke Neumünster, Stadtwerke Kiel, e.on Fernwärme in Gelsenkirchen, MVV Mannheim, Hertener Stadtwerke, RWE Westfalen Weser Ems und die Stadtwerke Hannover.

Neue Bundesländer

Auch in den neuen Bundesländern werden überwiegend Preissysteme angeboten, bei denen sich der Fernwärmepreis aus einem Grund- bzw. Leistungspreis (Euro/kW) sowie einem Arbeitspreis (Euro/MWh) zusammensetzt. Aufgrund der teilweisen sehr hohen Grund- oder Leistungspreise sind die erzielbaren durchschnittlichen Wärmepreise stark von der Jahres-Benutzungsdauer abhängig.

Preise im Osten 21,2 Prozent höher als im Westen

Für die 22 am Vergleich beteiligten FVU mit 23 Netzen errechnet sich im Mittel eine Benutzungsdauer von 1.500 h/a ein Wärmepreis von 88,85 Euro/MWh und für 2.000 h/a ein Wärmepreis von 81,91 Euro/MWh. Für beide Abnahmefälle zusammen beträgt der durchschnittliche Wärmepreis 85,35 Euro/MWh. Damit ist das Preisniveau in den neuen Bundesländern nach wie vor deutlich höher als in den alten Bundesländern. Auch in den neuen Bundesländern fällt die Fernwärmepreisentwicklung in den vergangenen zwölf Monaten je nach Versorger sehr unterschiedlich aus. Während die Preise Stadtwerken Frankfurt/Oder und der EW Potsdam konstant blieben, ist die Fernwärme bei den Stadtwerken Pirna um 38,2 Prozent teurer geworden.

Die Reihenfolge der drei teuersten FVU lautet für das Jahr 2011: Stadtwerke Pirna, Stadtwerke Forst und Fernwärmeversorgung Zwönitz. Die günstigsten Fernwärmepreise bieten die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda, Vattenfall Europe in Berlin (Gebiet 2) und die Stadtwerke Rostock.

Anmerkung: Bei diesem Preisvergleich sind die ebenfalls recht unterschiedlichen spezifischen Anschlusskosten (AK) unberücksichtigt, die je nach Versorgungsunternehmen zwischen 5 und 100 Euro/kW Anschlussleistung betragen können. Bei einem Kapitaldienstfaktor von beispielsweise 0,12 und einer Benutzungsdauer von 1.500 h/a würde die Einbeziehung der AK immerhin noch Preisaufschlägen von bis zu 8,00 Euro/MWh führen. Einige FVU bieten auch Preise an, die die Bereitstellung der Wärme frei Heizungsvorlauf beinhalten. Die Wärmeversorgungsanlage wird in diesen Fällen vom FVU kostenlos installiert; Wartungs- und Reparaturarbeiten gehen zu Lasten des FVU.

 
 

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