Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) macht durch seinen halbjährlichen Bundes-Strompreisvergleich den Strommarkt transparenter.
Der VEA errechnet in seinem aktuellen Strompreisvergleich I/2013 für mittelständische Industriekunden, dass die Preise in den letzten zwölf Monaten (seit Januar 2012) im Durchschnitt um 12,1 Prozent gestiegen sind. Die massive Preiserhöhung trotz rückläufiger Großhandelspreise ist im Wesentlichen durch die Erhöhung der EEG-Umlage um rund 1,7 Cent/kWh verursacht. Der größte Preisanstieg ist mit 15,4 Prozent bei der ovag Netz in Friedberg zu verzeichnen. Ebenfalls signifikante Preissteigerungen sind bei e.on Avacon im Netzgebiet Sachsen-Anhalt mit 14,9 Prozent und der e.on Avacon im Netzgebiet Niedersachsen mit 14.8 Prozent aufgetreten. Preissenkungen gab es in keinem Netzgebiet. Den geringsten Anstieg gab es mit 8,9 Prozent bei der 24/7 Netze im Netzgebiet Offenbach.
Auch weiterhin sind starke Preisunterschiede zwischen den alten und den neuen Bundesländern festzustellen: So beträgt der durchschnittliche Strompreis in den neuen Bundesländern 14,97 Cent/kWh und ist damit um 1,28 Cent/kWh beziehungsweise 9,35 Prozent höher als der mittlere Preis in den alten Bundesländern (13,69 Cent/kWh).
Die Differenz zwischen dem nach diesem Vergleich preisgünstigsten (VNB Rhein-Main-Neckar in Darmstadt mit 12,53 Cent/kWh) und dem teuersten Netzgebiet (WEMAG Netz mit 15,96 Cent/kWh) beträgt 3,43 Cent/kWh beziehungsweise 27,4 Prozent. Bezogen auf das arithmetische Mittel der zehn preisgünstigsten Netze (13,01 Cent/kWh) liegen die durchschnittlichen Preise der zehn teuersten Gebiete (15,15 Cent/kWh) um 2,15 Cent/kWh beziehungsweise 16,5 Prozent höher. Das durchschnittliche Niveau der Gruppe der zehn Netzbetreiber mit den höchsten Preisen bewegt sich im Mittel um 1,21 Cent/kWh beziehungsweise 8,6 Prozent über und das der Gruppe der zehn preisgünstigsten Versorgungsgebiete um 0,94 Cent/kWh beziehungsweise 6,7 Prozent unter dem Durchschnitt aller 50 Vergleichsnetze in Deutschland (1,95 Cent/kWh).
Die zehn günstigsten Gebiete sind derzeit: VNB Rhein-Main-Neckar in Darmstadt, Stadtwerke Karlsruhe Netze, Stadtwerke Kiel Netz, Rheinische NETZGesellschaft mit dem Versorgungsgebiet Köln, SWM Infrastruktur München, Vattenfall Europe Hamburg, Netzdienste Rhein-Main mit dem Netzgebiet Mainova, SEWAG Netze in Hagen, Syna in Frankfurt und Wuppertaler Stadtwerke Netz. Die Reihenfolge in der Gruppe der zehn Versorgungsgebiete mit den höchsten Durchschnittsstrompreisen lautet: Wemag Netz, Stadtwerke Leipzig Netz, e.on Avacon (Sachsen-Anhalt), envia Netz, Enso Netz, Energieversorgung Halle Netz, e.on edis, Thüringer Energienetze, e.on Hanse und UWAG Netz Fulda.
Hinweis für Stromkunden
Der liberalisierte Strommarkt hat für den Stromkunden im Sondervertragsbereich große Veränderungen gebracht. Aufgrund der großen Preisunterschiede zwischen den einzelnen Energieversorgungsunternehmen, der Dynamik der sich verändernden Preise, der Vielzahl von individuellen Angeboten, dem Auftreten neuer Anbieter auf dem Markt, ist es für die Mehrzahl der Unternehmen - wenn überhaupt - nur mit erheblichen Aufwand möglich, sich einen Marktüberblick zu verschaffen und die verschiedenen Angebote objektiv zu bewerten. So müssen seit einiger Zeit neben dem Preis auch andere Kriterien wie beispielsweise Laufzeit, Bonität des potenziellen Versorgers, gegebenenfalls Service bei einem Versorgerwechsel in die Bewertung einbezogen werden.
Um die Möglichkeiten, die der liberalisierte Markt bietet, optimal nutzen zu können, ist oft eine professionelle Beratung durch unabhängige Berater sinnvoll. Professionelle Unterstützung wird dabei nicht nur durch Stromhändler, sondern auch von unabhängigen Stromberatern geboten. Eine Liste der Anbieter steht Ihnen nebenstehend zum Download bereit.