Bundesbestenehrung 2019
Deutschlands beste Tierpflegerin
Mit Leidenschaft setzt sich Finja Klein für Vierbeiner ein. Die 24-jährige ist frischgebackene Tierpflegerin und ausgezeichnet als bundesweit Jahresbeste der IHK-Berufe. Sie ist die einzige Auszubildende aus dem Bezirk der IHK zu Kiel, die den Preis in Berlin am 9. Dezember erhielt.
Finja Klein kommt aus Großbarkau. Dort hat sie schon als Kind und Jugendliche in einer Tierpension geholfen und ihre Leidenschaft entdeckt. Nach dem Realschulabschluss hat sie aber erst einmal eine Ausbildung zur Tischlerin gemacht. Aber dann fehlten ihr doch die Tiere, und so verbrachte sie ihre freien Sonntage immer wieder im Tierheim Uhlenkrog. Bis sie dort einen Ausbildungsplatz bekam. Nach verkürzter Lehrzeit ist sie "Tierpflegerin für Tierheime und Tierpensionen."
Trotz der großen körperlichen Anstrengung – "der Rücken und die Gelenke werden sehr gefordert", der langen, nicht immer günstigen Arbeitszeiten – "die Tiere müssen schließlich sieben Tage die Woche versorgt werden", und der vielen Putzerei – "Hygiene ist das A und das O – die Zwinger, die Räume auch die Tiere müssen immer sauber sein" – trotz dieser Beschwernisse liebt sie ihren Beruf. "Ich gehe jeden Tag glücklich zur Arbeit." Nein, sie will in keinen Betrieb, in dem Tiere für Profit gehalten werden: "Ich würde nie in einem Zoo oder einem großen, nicht natur-gegebenen Tierpark arbeiten."
Energisch setzt sie sich für das Wohl aller Tiere ein. Da ihr Hunde besonders am Herzen liegen, hat sie sich seit ihrer Jugend kundig gemacht. Ihr Wissen über viele Rassen hilft ihr, Interessierte zu beraten, die im Tierheim nach einem Hund suchen. Was sind die Bedürfnisse und die Fähigkeiten der Hunde, ihrer speziellen Rasse – was sind die Lebensbedingungen für die Tiere bei ihren Haltern. Diese Abwägung trifft die Tierpflegerin mit großer Sorgfalt. "Hunde sind wertvolle und anspruchsvolle Lebewesen. Sie müssen ernst genommen werden. Sie müssen körperlich und geistig ausgelastet sein, sonst können Probleme auftreten." Viele Tiere, die im Uhlenkrog und in anderen Heimen abgegeben werden, sind auffällig. "Meist haben die Halter Fehler gemacht – haben keine Hundeschule besucht und sich keine Gedanken über die ureigenen Bedürfnisse der Rasse gemacht."
Ihr Einsatz gilt auch anderen Tiergattungen. Im Uhlenkrog, dem Tierheim mitten in der Landeshauptstadt Kiel, werden viele Hunde, Katzen, Kleintiere und eine ganze Reihe von Wildtieren artgerecht betreut und versorgt. Zurzeit sind etwa 50 Hunde und gut 80 Katzen in der Pflege, auch viele Kleintiere – Kaninchen, Meerschweinchen, "gerne Ratten, Wüstenrennmäuse und Vögel aller Art. Wir hatten auch schon mal Schlangen, aber natürlich keine giftigen Tiere." Auch Finja Kleins Hund – "ein Mischling, schwarz, groß und gefährlich aussehend, aber dafür anhänglich und freundlich" wurde im Tierheim abgegeben und zog Anfang 2019 bei ihr ein. Im Augenblick lebt die junge Frau in der Stadt. Aber zu den Zukunftsträumen gehört auch der Wunsch, wieder auf dem Land zu leben, mitten in der Natur.
Autorin: Jutta Kürtz, freie Journalistin
