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Optimismus in der Tourismusbranche

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Dokument-Nummer: 30700

Tourismusbranche optimistisch - Konjunkturklimaindex steigt um 33,5 Punkte

Der Wirtschafts- und Finanzkrise zum Trotz, Sparpakete hin oder her, die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Hiervon profitiert auch die Tourismuswirtschaft im eigenen Land. Nach dem jüngsten Konjunkturbericht der IHK Schleswig-Holstein steigt der Indexwert auf 111,5 Punkte und liegt damit über dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft (107,5 Punkte). 

Ungeachtet des harten Winters beurteilt die Branche ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation positiver als noch vor einem Jahr. Auch der Blick in die Zukunft fällt sehr viel optimistischer als in vergangenen Umfragen aus. Die momentane Geschäftslage wird von 30,8 Prozent der befragten Unternehmen positiv bewertet. 46,4 Prozent schätzen die Lage befriedigend und nur 22,8 Prozent negativ ein (Vorjahreszeitraum: 15,0 Prozent gut, 49,0 Prozent befriedigend und 35,9 Prozent schlecht). Auch der Städtetourismus kann von der aktuellen Tendenz profitieren und liegt mit 116,6 Punkten sogar auf Rang eins der regionalen Auswertung. Den zweiten Platz belegt in diesem Jahr die Ostsee, die um 33,3 Punkte zugelegt hat und insgesamt 114,2 Indexpunkte verzeichnet. Die Nordsee rutscht mit 112,0 Punkten auf den dritten Platz. An vierter Stelle liegt das Binnenland mit 96,3 Punkten. 

Noch im Vorjahr konnte keines der befragten Unternehmen in den Städten von einer guten Geschäftslage berichten, inzwischen geben 24,1 Prozent eine gute Geschäftslage an. 60,6 Prozent sind mit der Lage in den Städten zufrieden und 15,3 Prozent schätzen sie negativ ein (Vorjahr: 0 Prozent positiv, 62,2 Prozent befriedigend, 37,8 Prozent negativ). Die Talsohle ist damit für die Städte deutlich durchschritten. Mittlerweile beurteilen 25,5 Prozent der Betriebe an der Ostsee die aktuelle Situation positiv, 48,7 Prozent sind zufrieden und 25,8 Prozent unzufrieden (Vorjahr: 17,3 Prozent positiv, 48,1 Prozent befriedigend, 34,6 Prozent negativ). Im Binnenland bezeichnen 19,4 Prozent die Geschäftslage im Berichtszeitraum als gut und 40,8 Prozent als befriedigend. 39,8 Prozent der regional Befragten beurteilen sie als schlecht (Vorjahr: 22,9 Prozent positiv, 52,9 Prozent befriedigend, 24,3 Prozent negativ). Das abgelaufene Winterhalbjahr wird somit im Binnenland am negativsten bewertet, die Zukunftserwartungen sind jedoch, wie in den anderen Regionen, sehr optimistisch. An der Nordsee schätzen 36,4 Prozent ihre Lage als gut, 43,8 Prozent befriedigend und 19,9 Prozent schlecht ein (Vorjahr: 18,5 Prozent positiv, 40,2 Prozent befriedigend, 41,3 Prozent negativ). 

Die Umsatzentwicklung im Gastgewerbe wird weiterhin als negativ empfunden. Die Mehrheit der Befragten (43,6 Prozent) gibt einen rückläufigen Umsatz an. Im Vergleich zum vergangenen Jahr lässt sich aber schon eine leichte Verbesserung feststellen (Vorjahresergebnis 60 Prozent). Im Beherbergungsbereich konnten 28,4 Prozent der Befragten einen gestiegenen Umsatz verbuchen. Für 27,7 Prozent ist der Umsatz gleich geblieben und 43,9 Prozent registrierten einen Rückgang. Ähnlich ist die Einschätzung der Gastronomie. Rund 27 Prozent gaben gestiegene Umsätze an, 28,7 Prozent bemerkten keine Veränderung und 44,2 Prozent stellten Umsatzverluste fest. 

Dennoch zeigt sich das Gastgewerbe für die Saison 2010 optimistisch. 31 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung der eigenen Geschäftslage. 54 Prozent rechnen mit einer gleich bleibenden und nur 16 Prozent mit einer ungünstigeren Entwicklung. Die Einschätzung wirkt sich offensichtlich auch positiv auf Personalentscheidungen aus. Insgesamt wollen 20 Prozent die Zahl der Beschäftigten erhöhen. 74 Prozent wollen ihren bisherigen Personalbestand beibehalten und nur sechs Prozent denken über einen Abbau nach. 

Parallel dazu steigt die Bereitschaft für Investitionen. 41 Prozent der Befragten wollen vermehrt, 34 Prozent gleich bleibend und 26 Prozent nicht investieren. Ob dies auf die Reduzierung der Mehrwertsteuersätze zurückzuführen ist, geht aus der Erhebung nicht hervor. 

Probleme zeichnen sich besonders in der Aus- und Weiterbildung ab. Über ein Viertel (26,2 Prozent) der befragten Unternehmen konnte seine Ausbildungsplätze aufgrund sinkender Bewerberzahlen in diesem Jahr nicht vergeben. 26,5 Prozent gaben an, ausreichend geeignete Bewerber für die angebotenen Ausbildungsplätze zu haben und für 11,4 Prozent blieb die Zahl der Bewerber gleich. 35,9 Prozent der befragten Unternehmen bilden nicht aus. 

Obwohl Servicequalität als Teil der Neuausrichtung des Tourismus in Schleswig-Holstein eine besondere Rolle für die Branche spielt, gibt über ein Drittel aller Befragten an, kein Budget für Weiterbildung zu besitzen. Allerdings spielt für fast die Hälfte der Unternehmen die Qualifizierung der Mitarbeiter eine große Rolle. 22 Prozent wollen vermehrt in die Weiterbildung und Qualifizierung ihrer Mitarbeiter investieren. 42 Prozent wollen ihr Budget für Weiterbildung im nächsten halben Jahr nicht verändern und nur drei Prozent wollen es reduzieren. 

Im Rahmen der Konjunkturberichterstattung befragt die IHK Schleswig-Holstein im Frühjahr und Herbst eines jeden Jahres über 1.000 Unternehmen. 

Rückfragen bitte an Industrie- und Handelskammer zu Flensburg 
Dirk Nicolaisen 
Telefon: 0461 806-451 
E-Mail: nicolaisen@flensburg.ihk.de



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