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IHK FLENSBURG

Fünf Jahre Teilzeitausbildung in Schleswig-Holstein

Mit dem Projekt „Ausbildung in Teilzeit“ steuern das Bündnis für Ausbildung und das Bündnis für Fachkräfte jetzt seit fünf Jahren erfolgreich gegen den Fachkräftemangel an. Die stundenreduzierte Ausbildungsvariante ist ein Baustein im Ringen für mehr qualifizierten Nachwuchs, denn sie ermöglicht es, Berufsausbildung und Familienaufgaben zu vereinbaren. Davon profitieren vor allem junge Mütter, die dem Arbeitsmarkt ohne dieses Angebot nicht zur Verfügung stünden.

Seit 2006 fördern Europäische Union, der Europäische Sozialfonds und das Land Schleswig-Holstein Beratungsstellen, die Bewerber und Betriebe zusammenbringen. Projektträger in unserer Region sind die Handwerkskammer Flensburg und die Industrie- und Handelskammer zu Flensburg. Sie haben das Jubiläum zum Anlass genommen, Beteiligte und Medienvertreter heute (24. November) zur Flensburger Fahrzeugbau GmbH (FFG) einzuladen, einem Unternehmen, das seit Jahren erfolgreich in Teilzeit ausbildet. Projektleiter beider Häuser, das Wirtschaftsministerium, aber auch die FFG zogen dabei eine positive Zwischenbilanz.

„Schleswig-Holstein war vor fünf Jahren das erste Bundesland, das die Teilzeitausbildung als betriebliche Regelausbildung flächendeckend angeboten hat. Mit der Teilzeitausbildung stehen dem Ausbildungsmarkt und den Betrieben hoch motivierte Eltern zur Verfügung, oder auch Menschen, die beispielsweise nahe Angehörige pflegen“, erklärte Wirtschafts-Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang. Anders als in vielen anderen Bundesländern üblich, werde die Teilzeitausbildung nicht als Benachteiligtenförderung gesehen, sondern als organisatorische Unterstützung einer regulären Ausbildungsvariante. Damit konnte, so Zieschang, verhindert werden, dass viele junge Frauen wegen Schwangerschaft eine Ausbildung abbrechen mussten oder gar nicht erst beginnen konnten.

Personalleiter Michael Jahn betonte, wie wichtig es sei, die Arbeitswelt gemeinsam zu gestalten. Das Projekt trage dazu bei, „gerade auch jungen Menschen eine Chance zu geben, die unter erschwerten Bedingungen ins Berufsleben starten.“ Betty Holoman, Teilzeitauszubildende zur Industriekauffrau und im zweiten Ausbildungsjahr bei der FFG, sieht das genauso: „Ich bin froh über diese Chance, die ich auf jeden Fall nutzen werde“, sagte die 27-Jährige, die 30,5 Stunden arbeitet und gleichzeitig ihren fast dreijährigen Sohn allein erzieht. Wie flexibel die Teilzeitausbildung sein kann, zeigt das Beispiel von Janina Schechten (26), die ihre Ausbildung im gleichen Berufsbild ebenfalls bei der FFG macht. „Ich habe mich für 28 Wochenstunden entschieden, so kann ich auch meinem vierjährigen Sohn und meiner Rolle als Mutter gerecht werden.“

Über 5.000 Frauen und einige Männer haben sich während der letzten fünf Jahre in den Beratungsstellen des Landes darüber informiert, wie ihnen diese Form der Ausbildung den Einstieg in den Beruf ermöglicht, ohne gleichzeitig die Familie zu vernachlässigen. Einige davon landen bei Martina Jekat, die potenzielle Kandidaten im Auftrag der Projektträger berät. Oftmals, so wie im Falle Betty Holoman und Janina Schechten, kann sie dann auch Praktika vermitteln, die für alle Beteiligten neue Perspektiven bringen.

„Eine Teilzeitausbildung ermöglicht es, die wöchentliche Ausbildungszeit auf bis zu 25 Stunden zu reduzieren, ohne dass sich die Ausbildung insgesamt dadurch verlängert“, erklärten Hans-Werner Frahm, der das Projekt für die Handwerkskammer leitet und Klaus Markmann, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Flensburg, das einfache aber wirkungsvolle Prinzip. Aktuell machen 341 Personen in Schleswig-Holstein Gebrauch von diesem Angebot, davon 73 im Einzugsbereich der Flensburger Projektträger. Vor allem Friseurhandwerk und Einzelhandel nutzen das Angebot. Der Anteil der neu abgeschlossenen Teilzeitausbildungsverhältnisse in Schleswig-Holstein beträgt 0,5 Prozent. Damit liegt das Land zwischen den Meeren bundesweit an der Spitze.

Medieninformation vom 25. November 2011

 
 

DOKUMENT-NR. 96821

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