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IHK SCHLESWIG-HOLSTEIN

IHK Schleswig-Holstein befürwortet Feldversuch Lang-Lkws: Potenzial für mehr Effizienz im Straßentransport - keine Insellösung

Die IHK Schleswig-Holstein befürwortet den geplanten fünfjährigen Feldversuch für Lang-Lkws in Deutschland. "Mit Blick auf die prognostizierte Steigerung der Verkehrsmengen bieten innovative Nutzfahrzeugkonzepte Lösungen für Effizienzsteigerungen. Hierzu muss auch der Einsatz von Lang-Lkws auf dafür geeigneten Strecken geprüft werden", machte IHK-Präsident Christoph-Andreas Leicht heute (24. August 2011) deutlich.

Lang-Lkws erhöhen mit ihren 25,25 Metern die Beförderungsleistung bei gleichbleibendem zugelassenen Gesamtgewicht. Der Lang-Lkw bietet 50 Prozent mehr Ladevolumen. Somit ersetzen zwei von ihnen drei herkömmliche Lkw-Transporte und bringen eine 25-prozentige Reduzierung der Transportkosten mit sich. Der ökologische Mehrwert: Circa 20 Prozent weniger Schadstoffausstoß und 15 Prozent weniger Diesel-Verbrauch. "Somit haben wir es mit einem echten Öko-Liner zu tun", so Leicht. Auch die Tatsache, dass der Öko-Liner dank einer höheren Transportkapazität im Vergleich 30 Prozent weniger Verkehrsfläche auf deutschen Autobahnen in Anspruch nimmt, sei ein wichtiges Argument. Entschieden machte der IHK-Präsident deutlich, dass es nicht um eine Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichtes gehe und somit Belastungen für Straßen zu befürchten seien. "Die zulässigen Gesamtgewichte bleiben gleich. Sie verteilen sich sogar auf mehr Achsen."

Deshalb begrüßt die IHK Schleswig-Holstein die Bereitschaft des Landes Schleswig-Holstein, sich am Feldversuch des Bundesverkehrsministeriums beteiligen zu wollen. Das Land hatte zuvor mit Verbänden und IHKs geeignete Strecken in Schleswig-Holstein identifiziert. Dabei ist künftig insbesondere darauf zu achten, dass die Häfen über die Autobahnen und das nachgeordnete Straßennetz für die innovativen Fahrzeuge erreichbar sind. Um die Wirtschaftlichkeit dieser Transporte langfristig zu sichern, ist die Verwendbarkeit der Technik im kombinierten Verkehr (Straße/Schiene) sicher zu stellen.

Als nicht zielführend stuft die IHK die Kritik der Gegner des Feldversuches ein, die vor Abschluss der Studie die Praxistauglichkeit der neuen Fahrzeuge in Frage stellen. BGL und ADAC haben mit Recht die Forderung aufgestellt, dass man zunächst sorgfältig prüfen müsste, ob die Verkehrsinfrastruktur für die neuen Fahrzeuge geeignet ist. Das gilt für Brücken, Kreisverkehre, Autobahnabfahrten und Parkplätze sowie die Ortsdurchfahrten.

Da in Dänemark und in den Niederlanden diese Lkw schon eingesetzt werden, operieren einige Fuhrunternehmer bereits mit Ausnahmegenehmigungen im nördlichsten Bundesland. Die Region Schleswig-Holstein ist eingebettet in das internationale Geflecht von logistischen Lösungen und profitiert in großem Maße vom Warenaustausch zwischen Skandinavien und Kontinental-Europa. Künftig wird die Gütermenge nach Meinung von Experten weiterhin deutlich ansteigen. Hierauf haben sich benachbarte europäische Länder durch die Zulassung von leistungsstarken Fahrzeugkombinationen eingestellt. Durch die internationale Arbeitsteilung erhöht sich auch für die heimische Wirtschaft der Wettbewerbsdruck. Dies bleibt nicht ohne Auswirkung auf die Verkehrswirtschaft, die sich mit entsprechenden Logistiksystemen konfrontiert sieht. Auch deshalb kann Schleswig-Holstein keine "Insel" bleiben. Vor diesem Hintergrund mahnt die IHK Schleswig-Holstein die Teilnahme aller Bundesländer an dem Feldversuch an.

Medieninformation der IHK Schleswig-Holstein vom 24. August 2011

 
 

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