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IHK SCHLESWIG-HOLSTEIN

Konjunkturbericht Tourismus 2010/2011: Optimismus in der Branche weiter gestiegen

Erneut legt der Konjunkturklimaindex für die Tourismuswirtschaft in Schleswig-Holstein zu und spiegelt damit die besonders positive Entwicklung der Branche im Winterhalbjahr 2010/2011 wider. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten die Unternehmen des Gastgewerbes aller Regionen des Landes ihre Geschäftslage verbessern und sehen zudem eine erfolgreiche Saison voraus.

"Die Tourismuswirtschaft Schleswig-Holsteins bestätigt mit dem Umfrageergebnis den Aufwärtstrend im Deutschlandtourismus. Bei den Gäste- und Übernachtungszahlen nähern wir uns wieder den Spitzenwerten aus den 90er Jahren. Die konsequente Umsetzung der Neuausrichtung des Tourismus in Schleswig-Holstein trägt Früchte. Dieser Weg sollte unbedingt weiter beschritten werden – er führt zum Erfolg!" so Peter Michael Stein, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein.

Besonders erfreulich ist die Entwicklung des Binnenlandes. Hier überstieg der Indexwert erstmals die 100er-Schwelle und liegt nun bei 115,1 Indexpunkten (Vorjahr: 96,3). Angeführt wird das regionale Ranking allerdings von der Nordsee mit überaus positiven 135,2 Punkten (Vorjahr 112). Auf dem zweiten Platz schließt die Ostsee mit 129,9 Indexpunkten an (Vorjahr 114,2). Auch die Städte können bessere Ergebnisse vorweisen und liegen mit 119,7 Punkten auf Rang drei.

Insgesamt bewertet die Branche ihre gegenwärtige wirtschaftliche Situation deutlich positiver als noch im Vorjahr. 52 Prozent der befragten Unternehmen an der Westküste (Vorjahr 36,4 Prozent) beurteilen die Geschäftslage im Berichtszeitraum mit gut. 34,6 Prozent schätzen die Lage befriedigend (Vorjahr 43,8 Prozent) und nur noch 12,4 Prozent als schlecht (Vorjahr 19,9 Prozent) ein. Bemerkenswert ist auch die positive Entwicklung des schleswig-holsteinischen Binnenlandes. Noch im vergangenen Jahr haben nur 19,4 Prozent der Befragten ihre Lage positiv beurteilt, heute sind es 44,3 Prozent. 37,9 Prozent sind mit der gegenwärtigen Geschäftslage immerhin zufrieden (Vorjahr 40,8 Prozent). Und wo im vergangenen Jahr noch 39,8 Prozent die Geschäftslage schlecht eingeschätzt haben, sind es heute nur noch 17,8 Prozent. Auch die Städte beurteilen ihre Lage überwiegend positiv. 42,6 Prozent schätzen sie gut (Vorjahr 24,1 Prozent) ein und 42,0 Prozent (Vorjahr 60,6 Prozent) der Umfrageteilnehmer im Gastgewerbe sprechen von einer befriedigenden Geschäftslage in den Städten. Die Zahl der Unzufriedenen ist mit 15,3 Prozent gleich geblieben. An der Ostsee schätzen 38,2 Prozent (Vorjahr 25,5 Prozent) ihre Lage gut und 42,7 Prozent (Vorjahr 48,7 Prozent) befriedigend ein. 19,1 Prozent (Vorjahr 25,8 Prozent) beurteilen die Geschäftslage im Umfragezeitraum als schlecht. Mit diesen Umfrageergebnissen wird eine der besten Lagebeurteilungen seit der deutschen Wiedervereinigung abgegeben.

Alles in allem beurteilt rund die Hälfte der befragten Unternehmen (50,9 Prozent) im Beherbergungsbereich die Geschäftslage im Berichtszeitraum mit gut. 33,1 Prozent sind zufrieden und 16 Prozent schätzen die aktuelle Lage als "schlecht" ein. Die Bewertungen durch die Gastronomiebetriebe des Landes Schleswig-Holstein fallen hingegen etwas anders aus. Hier beurteilen nur 38,7 Prozent die gegenwärtige Geschäftslage als "gut" und 44,7 Prozent als "befriedigend". Ähnlich wie im Beherbergungsbereich sprechen 16,6 Prozent von einer schlechten Geschäftslage.

Für die kommende Sommersaison 2011 zeigt sich das Gastgewerbe insgesamt optimistisch. 39,9 Prozent der Befragten erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr. 47,5 Prozent schätzen die Entwicklung gleich bleibend ein und nur 12,7 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen rechnen mit einer ungünstigeren Entwicklung der Geschäftslage.

Nach einem Anstieg der Investitionen in Unternehmen des Gastgewerbes im vergangenen Befragungszeitraum ist dieses Engagement für die kommende Saison nicht im gleichen Umfang zu erwarten. Nur noch 24 Prozent planen vermehrt in ihr Unternehmen zu investieren. Immerhin 48,1 Prozent wollen das Investitionsvolumen auf einem gleichen Niveau halten. Nur 11,7 Prozent wollen weniger und 16,3 Prozent gar keine Investitionsmaßnahmen in ihrem Betrieb durchführen. Hinsichtlich des durchschnittlichen Alters der betrieblichen Infrastruktur sollte diese Entwicklung aufmerksam verfolgt werden um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden. Die zurückhaltende Investitionsneigung kann allerdings auch eine erste Auswirkung der weitgehenden Einstellung der einzelbetrieblichen Förderung sein.

Existenziell für viele Betriebe ist die Frage der Unternehmensnachfolge. Mehr als 1.600 Unternehmen müssen sich diesem Thema in den nächsten fünf Jahren stellen. Die größten Herausforderungen hierbei liegen aus Sicht der befragten Unternehmen darin, die passenden Nachfolger beziehungsweise Käufer zu finden (56 Prozent), die bürokratischen Hindernisse (zum Beispiel Umgang mit Behörden, Bestandsschutz) zu überwinden (34,2 Prozent) und die Finanzierung des Unternehmens zu sichern (33,3 Prozent). Überwiegend (zu 65 Prozent) wird eine Nachfolge aus den eigenen Reihen bevorzugt, so dass Eigentum und Management in der Familie verbleiben. 23 Prozent ziehen einen Verkauf des Unternehmens in Betracht. "Wird die 'Zukunftsaufgabe Unternehmensnachfolge' nicht befriedigend gelöst, steht dem schleswig-holsteinischen Gastgewerbe ein deutlicher Strukturwandel mit negativen Auswirkungen auf das touristische Angebot bevor", so Peter Michael Stein in seiner Bewertung zu den Ergebnissen der Sonderfragen "Unternehmensnachfolge" in der Konjunkturberichterstattung der IHK Schleswig-Holstein.

Medieninformation der IHK Schleswig-Holstein vom 7. Juli 2011

 
 

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