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Fachkräftemangel sorgt für Ausbildungsboom im Großraum Kiel
(PDF, 37 KB) (Dokument-Nr.: 91841)
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"Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist dieses Jahr außergewöhnlich groß. Das zeigen die aktuellen Ausbildungszahlen der IHK mit positiver Zwischenbilanz für 2011. Landesweit wurden bis Ende Mai bereits 5.205 Verträge eingetragen. Das entspricht einem Zuwachs von circa 15 Prozent. Und dieser Trend erstreckt sich über alle Regionen in unserem Kammerbezirk", erklärte Dr. Jörn Biel, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Kiel auf einer Pressekonferenz in Kiel.
An dem Gespräch nahmen auch Hans Joachim Beckers, IHK‑Geschäftsbereichsleiter Aus- und Weiterbildung und Dirk Reichert, Leiter der Personalentwicklung der Bartels-Langness Handelsgesellschaft Kiel teil.
Bei den Schulabgängern sei dieses Jahr ein weiterer Rückgang von 2,5 Prozent zu erwarten, wodurch die Chancen für die Bewerber besser würden, die Besetzungsprobleme bei den Betrieben dagegen zunähmen. Die Zahlen der Arbeitsagenturen belegten die Trendumkehr auf dem Ausbildungsmarkt ebenso wie die Zahlen in der landesweiten IHK-Lehrstellenbörse.
Die Wende auf dem Ausbildungsmarkt sei bereits Realität. Zunehmende Schwierigkeiten der Betriebe bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen belegten das. So sei der Anteil von Betrieben, die ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen konnten, von 2009 mit 21 auf 25 Prozent im Jahr 2010 gestiegen. Daraus ergebe sich, dass im letzten Jahr circa 1.900 Ausbildungsplätze bei Industrie, Handel und Dienstleistung unbesetzt geblieben seien.
Dazu passe die Aussage, dass 43 Prozent der Betriebe über alle Berufsgruppen hinweg Fachkräftemangel erwarten. Die Betriebe sähen angesichts des demografischen Wandels in der Aus- und Weiterbildung die wichtigsten Maßnahmen, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen.
Demografiebedingt müsse sich die Wirtschaft auf geringer werdende Ausbildungszahlen und einen deutlichen Rückgang der Erwerbsbevölkerung einstellen. Die Zahl der 15 bis 65‑jährigen Schleswig-Holsteiner werde von 2010 bis 2050 um rund 30 Prozent abnehmen.
Vorgestellt wurden die Ergebnisse einer aktuellen IHK-Onlineumfrage zur Ausbildung, wonach mangelnde Ausbildungsreife das Ausbildungshemmnis Nummer eins ist. Neben unzureichenden schulischen Qualifikationen fehle es vielfach an den wichtigen "soft skills" wie Disziplin, Belastbarkeit und Leistungsbereitschaft.
Für die Bartels-Langness Handelsgesellschaft erläuterte Dirk Reichert die aktuelle Situation der Bewerbersuche und -gewinnung sowie die dabei gewonnenen Erfahrungen.
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