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IHK-SOMMEREMPFANG 2011

Windenergie, Tourismus und Verkehrsinfrastruktur

Rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien sind am 27. Juni 2011 im NordseeCongressCentrum in Husum zum traditionellen Sommerempfang der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg zusammengekommen, um gemeinsam über Perspektiven für Schleswig-Holsteins Westküste zu diskutieren.

In seinem Grußwort ging IHK-Präsident Uwe Möser zunächst auf die gegenwärtige wirtschaftliche Situation des Landes sowie Entwicklungsfelder und Handlungsperspektiven ein. Mit lang anhaltendem, zustimmendem Applaus reagierte das Publikum auf Mösers Ausführungen bezüglich der Zukunft der internationalen Leitmesse „Husum WindEnergy“ sowie die Bestrebungen Hamburgs, diese in die Hansestadt zu transferieren. „Eines möchte ich an dieser Stelle ganz klar betonen: Einen Verlust der HUSUM Wind Energy wird die Wirtschaft dieser Region und werden wir als Ihr Sprachrohr nicht hinnehmen“, versicherte Möser, „wir werden um die HUSUM Wind Energy kämpfen – mit vielen guten Argumenten und fair unseren Hamburger Nachbarn gegenüber.“ Eine Verlagerung des Messestandortes gelte es in jedem Fall zu verhindern. Positiv bewertete Möser die Zukunft der Hochschulen im IHK-Bezirk. „Mit der Fachhochschule Westküste in Heide sowie der Fachhochschule und der Universität Flensburg verfügt unsere Region über drei leistungsstarke und national wie international wettbewerbsfähige Hochschulen, die den Fachkräftenachwuchs im Norden und Westen Schleswig-Holsteins sichern“, betonte Möser. Besonders lobend hob er in diesem Zusammenhang die Kooperation mit der Syddansk Universitet im dänischen Sønderborg hervor. „Zwischen Flensburg und der Syddansk Universitet in Sønderborg entsteht im Rahmen einer intensiver werdenden Kooperation bereits ein Hochschulcampus von europäischem Format in dem, davon bin ich fest überzeugt, auch die Fachhochschule Heide einen Platz haben kann.“ Besorgt zeigte sich der Präsident in Hinblick auf die Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur des Landes. Zum Ausbau der B5 sagte Möser: „Eine moderne, grenzüberschreitende Verkehrsachse sieht anders aus, als diese völlig überlastete, unfallträchtige und noch dazu teilweise schlecht erhaltene Bundesstraße! Wir brauchen jetzt und heute eine entschlossene Weichenstellung der Bundespolitik und ein klares Bekenntnis zum Ausbau dieser Straße, damit die B5 nicht zum Hemmschuh wirtschaftlicher Entwicklung im Westen Schleswig-Holsteins wird.“ Gleiches gelte für die westliche Elbquerung im Verlauf der zu errichtenden A20.

Auf die Zukunft der Verkehrsinfrastruktur ging auch Jost de Jager, Minister für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig Holstein, in seinem Grußwort ein. „Wir werden den Ausbau der A20 durch die Fehmarn-Belt-Querung nicht vergessen“, versicherte der Minister. „Andere Verkehrsprojekte sollen nicht ins Hintertreffen geraten. Die Landesregierung glaubt an den Ausbau der A20. Das Gleiche gilt für die B5.“ In Hinblick auf die HUSUM Wind Energy bekannte de Jager sich ebenfalls klar zu ihrem aktuellen Standort, betonte aber gleichzeitig die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Hansestadt Hamburg. „Man sollte die jeweiligen Stärken nicht unterlaufen, sondern anerkennen“, so de Jager, „dabei darf die Zusammenarbeit nicht nur die Metropolregion betreffen, auch der nördlichste Landesteil muss profitieren.“ Ein besonderes Zukunftspotenzial Schleswig-Holsteins und insbesondere der Westküstenregion sieht de Jager in den erneuerbaren Energien. „Die energiepolitische Wende wird auch den Kammerbezirk betreffen“, so der Minister, „das ist eine große Chance für Schleswig-Holstein, denn das Land wird wie kaum ein anderes von erneuerbaren Energien geprägt.“ Im weiteren Verlauf ging die Jager zudem auf die Zukunft der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TASH) ein und kündigte in diesem Zusammenhang eine Fortsetzung der Gespräche bezüglich des zukünftigen Finanzierungskonzeptes der Tourismusagentur an. Abschließend ging er auf die wachsende Problematik des Fachkräftemangels ein und kündigte auch hier Strategien an, mit denen die Landesregierung dem Thema zukünftig begegnen wolle. „Wir müssen weiter an die Wettbewerbsfähigkeit Schleswig-Holsteins glauben und an dieser festhalten“, so de Jager abschließend.

Den Grußworten schloss sich ein Impulsvortrag von Anke Meyer-Grashorn, Geschäftsführerin der große freiheit GmbH in München, zum Thema „Spinnen ist Pflicht – Querdenken mit System“ an. Äußerst anschaulich und anhand vieler interessanter Praxisbeispiele betonte die Referentin die Relevanz ständiger Innovationen, um im wirtschaftlichen Wettbewerb mithalten zu können. „Wer seine Kunden nicht in Innovationsprozesse einbezieht, arbeitet am Markt vorbei“, so Meyer-Grashorn. Dieser Vortrag, der bei den Gästen breite Anerkennung fand, bildete gleichsam den Auftakt einer anschließenden Talkrunde, an der unter der Moderation von Anke Meyer-Grashorn der Leiter des Instituts für Windenergietechnik der Fachhochschule Flensburg, Prof. Dr.-Ing. Torsten Faber, der Leiter des Instituts für Management und Tourismus der Fachhochschule Westküste in Heide, Prof. Dr. Bernd Eisenstein, sowie Constanze Höfinghoff, Geschäftsführerin der Nordsee-Tourismus-Service GmbH in Husum, teilnahmen. Einen deutlichen Schwerpunkt in der Diskussion bildete die Bedeutung des Wirtschaftszweiges Tourismus für die Region. „Wir wollen weiterhin Ideen entwickeln und Strategien für einen nachhaltigen Tourismus schaffen“, kündigte Constanze Höfinghoff an. Prof. Dr. Torsten Faber hob noch einmal explizit die Standortvorteile der Westküstenregion hervor. Diese sieht er insbesondere in den Bereichen Tourismus, Erneuerbare Energien und Landwirtschaft. „Ich würde der Region das Motto ‚Unabhängige Oase’ geben“, sagte Faber und betonte damit die Notwendigkeit, sich vom Wettbewerb unabhängig zu machen und eigene Ideen voranzutreiben. Ein enormes Zukunftspotenzial sahen die Diskutanten in der Kooperation der Tourismusbranche mit anderen Wirtschaftszweigen. „Die Verknüpfung von Tourismus mit anderen Branchen spielt in allen Bereichen eine erhebliche Rolle“, betonte Prof. Dr. Bernd Eisenstein. Mit dem Thema ‚Windenergie’ benannte Constanze Höfinghoff ein konkretes Beispiel für mögliche Kooperationen. „Wir haben versucht, mit der Windenergie in Dialog zu treten. Viele Gäste sind fasziniert von der Technik, aber wir haben viel zu wenig Informationen. Das Thema muss für den Gast erlebbar gemacht werden.“ Ein Ansatz, der vor allem bei Prof. Dr. Torsten Faber auf Zustimmung stieß. Vor dem Hintergrund ihrer jeweiligen Fachgebiete diskutierten die Referenten, wie sich Tourismus und Windkraft in der Westküstenregion effektiv zu einer für die Region und ihre Bevölkerung attraktiven Symbiose verbinden ließen.

Im Anschluss an die Diskussionsrunde folgte ein Überraschungsauftritt des Comedians Dietmar Wischmeyer alias „Günther, der Treckerfahrer“, der mit einem satirischen Blick auf aktuelle wirtschaftliche Themen und Zukunftsperspektiven für einen humorvollen Ausklang des Nachmittags sorgte.

Hier haben wir für Sie einige Bilder zusammengestellt.

 
 

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