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PETER MICHAEL STEIN, HAUPTGESCHÄFTSFÜHRER DER IHK FLENSBURG

Erfreuliches Jahr 2011

Die Nachrichten der vergangenen Wochen waren von Unkenrufen geprägt: Der labile Zustand des europäischen Währungsraumes, eine desolate öffentliche Haushaltslage und rückläufige Auftragseingänge vor allem in exportorientierten Branchen haben viele Unternehmen, aber auch  Bürgerinnen und Bürger mit Blick auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung verunsichert. Dass diese Rahmenbedingungen auch an Schleswig-Holstein nicht spurlos vorübergehen, zeigt der jüngste IHK-Konjunkturbericht: Im dritten Quartal 2011 hat sich das Stimmungsbarometer der Wirtschaft, der Konjunkturklimaindex, gegenüber dem Vorquartal von 128 auf nur noch 118 von 200 möglichen Punkten verschlechtert. Während die meisten Betriebe ihre aktuelle Geschäftsentwicklung noch positiv beurteilen, sind die Zukunftserwartungen deutlich gedämpfter.

Erfreuliches Jahr 2011

Zu Pessimismus besteht dennoch kein Anlass. Im Gegenteil: Für die Wirtschaft im Einzugsbereich der IHK Flensburg war 2011 ein erfreuliches Jahr. Viele Betriebe haben sich über eine positive Geschäftsentwicklung gefreut. Und auch für die Tourismusbranche, die für unser Land so wichtig ist, verlief die Sommersaison trotz schlechten Wetters gut. Überdies ist es gelungen, einige bedeutende Entscheidungen auf den Weg zu bringen: So hat das Landeskabinett Anfang November entschieden, die wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge an der Universität Flensburg zu erhalten und damit eine monatelange Hängepartie beendet. Unsere Region hat damit einmal mehr ihr Profil als Wissenschaftsstandort geschärft und kann dem Fachkräftemangel effektiv  entgegenwirken.

Zukunft des Nord-Ostsee-Kanals gesichert

Ebenso wichtig erscheint mir der Beschluss des Haushaltsausschusses des Bundestags, ab 2012 Gelder für den Neubau der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel bereitzustellen. Schließlich ist der Nord-Ostsee-Kanal nach wie vor die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Damit das auch so bleiben kann, war diese Entscheidung längst überfällig. Dafür haben wir uns als IHK immer eingesetzt, denn von den jetzt genehmigten Investitionen profitiert nicht nur Schleswig-Holstein mit seinen zahlreichen kanalabhängigen Arbeitsplätzen, sondern der gesamte nordeuropäische Raum. Freuen kann uns schließlich auch die positive Entwicklung auf dem Energiesektor: Umweltfreundlich erzeugter Windstrom ist vor dem Hintergrund der Energiewende gefragter denn je und bietet vor allem der Westküstenregion neue, außerordentlich vielversprechende Perspektiven.

HUSUM WindEnergy muss bleiben!

Erfolgen stehen aber auch Herausforderungen gegenüber, die uns in 2012 erneut begleiten werden. Von herausragender Bedeutung ist für mich dabei die Zukunft der erfolgreichen Fachmesse HUSUM WindEnergy. Sie ist in der nordfriesischen Kreisstadt verwurzelt, genießt hohes Ansehen in der Branche und soll auch über 2012 hinaus hier bleiben! Wir alle, Politik, Wirtschaft und Interessenvertretungen vor Ort, aber auch die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, sollten weiterhin an einem Strang ziehen. Die HUSUM WindEnergy 2012 im kommenden September muss ein Erfolg werden, der die etablierten Aussteller dauerhaft an unsere Region bindet.

Fachkräftenachwuchs sichern

Viele weitere Aufgaben kann ich abschließend nur anreißen: So sorgt der demografische Wandel dafür, dass immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Deshalb werden wir uns weiterhin entschieden dafür einsetzen, den Fachkräftenachwuchs zu sichern. Auch die langfristige Finanzierung des landesweiten Tourismusmarketings steht ganz oben auf der Agenda, ebenso der nachhaltige Ausbau unserer Verkehrs- und Telekommunikationsinfrastruktur. Darüber hinaus wollen wir die überaus erfolgreiche Arbeit des Kompetenzzentrums Deutsch-dänisches Regionalmanagement fortsetzen, das mit dem deutsch-danischen Business-Forum oder der grenzüberschreitenden Verkehrskommission hilft, den gemeinsamen Wirtschaftsraum mit Süddänemark weiter auszubauen. Dabei hoffe ich einmal mehr auf das konstruktive Engagement der Bürgerinnen und Bürger. Denn wirtschaftliche Prosperität ist und bleibt die Grundvoraussetzung für den Wohlstand unseres Landesteils.

Peter Michael Stein
Hauptgeschäftsführer
Industrie- und Handelskammer zu Flensburg

Flensburg, 31. Dezember 2011


 
 

DOKUMENT-NR. 98942

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