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Gemeinsame Vollversammlung der IHK zu Lübeck und HK Hamburg (Dokument-Nr.: 94061)
GEMEINSAME VOLLVERSAMMLUNG
Engere Kooperation in der Metropolregion
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Fritz Horst Melsheimer, Präses der Handelskammer Hamburg
Die Vollversammlungen der Handelskammer Hamburg und der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck haben die geplante Aufnahme Lübecks und des Kreises Ostholstein in die Metropolregion Hamburg begrüßt, über diese Erweiterung hinaus aber auch eine Vertiefung der Kooperation gefordert.
In einem von über hundert ehrenamtlichen Unternehmensvertretern bei einer gemeinsamen Sitzung im Lübecker Bürgerschaftssaal verabschiedeten Positionspapier heißt es, dass die Wirtschaft in die Arbeit und die Gremien der Metropolregion stärker eingebunden werden müsse, damit eine Form der regionalen Zusammenarbeit entstehe, "welche die Bedeutung der internationalen Vermarktung und der wirtschaftsräumlichen Entwicklung in den Mittelpunkt stellt".
Zur Weiterentwicklung des institutionellen Rahmens der Metropolregion empfehlen die beiden Kammern eine "Vereinslösung" für die Metropolregion, weil damit eine Vielzahl von Akteuren – auch nicht gewerblichen Charakters – integriert werden könnten. Ferner sollten die Gremien so neu geordnet werden, dass die Wirtschaft 31 Sitze in der zukünftigen Mitgliederversammlung erhalte (genauso viele wie die Landkreise und Gemeinden) und dem 15-köpfigen Vorstand sechs Wirtschaftsvertreter angehörten. Außerdem schlagen die Gesamtinteressenvertretungen der Wirtschaft aus Hamburg und Lübeck vor, auch Repräsentanten der Wissenschaft in die Gremien einzubeziehen und der Region in Person des Vereinsvorsitzenden ein "Gesicht" zu geben.
Die Unterzeichner sehen den Sachverstand und die Expertise von zwei- bis dreihunderttausend Unternehmen als "gewaltiges Potenzial", auf das bei der Entwicklung der Metropolregion zu einer international wettbewerbsfähigen Wirtschaftsregion zurückgegriffen werden müsse. Würden ihre Interessen in den Entscheidungsprozessen berücksichtigt, führe dies zu einer größeren Identifikation bei allen Akteuren und zu einem höheren Grad an Legitimation der gesamten Institution. Dies würde dazu beitragen, "eine Brücke zwischen der Institution Metropolregion und den Bedürfnissen der Unternehmen zu schlagen". Schließlich, so heißt es in dem Papier weiter, könne sich die Wirtschaft wirkungsvoll an der Umsetzung von Maßnahmen und der Realisierung von Projekten beteiligen und damit durch die häufig längerfristige Perspektive der Wirtschaft zu einer Verstetigung der Arbeit der Metropolregion beitragen.
Weiterer Tagesordnungspunkt bei der gemeinsamen Vollversammlung: das Baustellenmanagement auf der Autobahn A1 zwischen Hamburg und Lübeck. Die dortigen Verkehrsbehinderungen, kritisieren die beiden Kammern, führten zu einer erheblichen Belastung für die regionale Wirtschaft, insbesondere für die Verbindung zwischen den Häfen Hamburg und Lübeck sowie für den Tourismus. Baumängel und daraus resultierende Verzögerungen aufgrund erforderlicher Nachbesserungen und rechtlicher Auseinandersetzungen im Zuge der Ausschreibungsverfahren verstärken diese Belastungen. Die Handelskammer Hamburg und die IHK zu Lübeck erarbeiten deshalb in Zusammenarbeit mit dem ADAC Vorschläge für ein verbessertes Baustellenmanagement. In Kürze soll ein Abstimmungsgespräch mit der Straßenbauverwaltung stattfinden.

