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Ethisches Handeln als Erfolgsrezept

Kann ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich sein und zugleich ethische Prinzipien verfolgen? Darüber diskutierte Björn Engholm, ehemaliger Ministerpräsident Schleswig-Holsteins, mit Annie Lykke Gregersen, Geschäftsführerin der Stadtwerke Lübeck, und Dr. Christian Dräger, Vorsitzender der Dräger-Stiftung, auf der IHK-Veranstaltungsreihe "Das Rote Sofa".

Für Gregersen geht es gar nicht anders: "Werte sind für jeden wichtig, und die gemeinsame Arbeit in einer Firma ist eine Form des Zusammenlebens." Von großer Bedeutung seien für sie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und der Respekt vor anderen. "Das versuche ich zu leben und erwarte es auch von anderen", so Gregersen. Auch Dräger betonte, dass er stets nach ethischen Grundsätzen gehandelt habe, die er von seinen Eltern und seinen Großmüttern übernommen habe.

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"Unethisches Verhalten schadet einem Unternehmen. Auf Dauer kommt es an die Öffentlichkeit und zerstört das Vertrauen in die Firma", sagte er. Ein Ethik-Zertifikat entsprechend einem Qualitätssiegel nach ISO lehnte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Lübecker Drägerwerk AG und heutige Vorsitzende der Dräger-Stiftung jedoch ab.

Auf dem "Roten Sofa" in der IHK zu Lübeck forderte er stattdessen vorbildliches Verhalten von Unternehmen und ihren Führungen. "Ein Zertifikat heißt, dass es im Betrieb eine Ethik-Bürokratie gibt. Es ist aber nicht gleichbedeutend mit höheren ethischen Grundsätzen", sagte er vor rund 70 Zuhörern.

Engholm wollte wissen, ob es einen Konflikt zwischen Ethos und Ökonomie gebe? Dräger antwortete: "Es gibt ihn nicht. Die vier Säulen des Vertrauens eines Unternehmens zu erhalten, ist nur mit ethischem Handeln möglich." Diese vier Säulen seien das Vertrauen von Mitarbeitern, Kunden, Kreditgebern und Öffentlichkeit. Für Gregersen sei es ebenfalls kaum möglich, einen langfristigen Schaden für ein Unternehmen abzuwenden, wenn sich dieses zuvor unethisch verhalten habe. Sie warnte allerdings davor, Ethik und Moral in Unternehmen zu regulieren. Für die meisten der kleinen und mittleren Unternehmen in Schleswig-Holstein seien Ethos und Moral eine Selbstverständlichkeit.

Für Moderator Engholm ist der Ehrbare Kaufmann das Ideal des Unternehmers. "In der Hansezeit war auch der Ehrbare Kaufmann von Eigeninteressen, zum Teil von Gier getrieben, aber er war immer dazu bereit, seinen Teil zum Zusammenhalt des Gemeinwesens beizutragen." Ehrlichkeit, Anstand und faire Preisgestaltung seien ein Leitbild, das zum Beispiel die Hansestadt Lübeck lange getragen habe.

Matthias Schulz-Kleinfeldt, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, appellierte an die Unternehmen, die Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung - auch Corporate Social Responsibility (CSR) genannt - als Standortfaktor zu begreifen. "Viele kleine und mittlere Firmen engagieren sich bereits für Menschen und Umwelt, indem sie vor Ort Aktivitäten unterstützen und soziale Projekte fördern." Dieses Engagement stärke das Profil des Unternehmens und trage zum Erfolg bei. "Wenn alle ethisch handeln, tragen sie zur Erhöhung der Standort-Attraktivität bei."

 
 

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