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Jahresempfang 2010 der IHK zu Kiel

Rede von IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater auf dem Jahresempfang 2010 der IHK zu Kiel

Ansprechpartner:

IHK zu Kiel
Kristina Jagszent
Tel.: 0431 5194-223
Fax: 0431 5194-523

IHK zu Kiel
Michael Legband
Tel.: 0431 5194-224
Fax: 0431 5194-323

Dokument-Nummer: 26476

Jahresempfang 2010 der IHK zu Kiel

In seiner ersten Jahresempfangsrede hat der Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Kiel, Klaus-Hinrich Vater neben bundes-, landes- und kommunalpolitischen Themen vor allem das Leistungsprofil der IHK-Organisation in den Mittelpunkt seiner Aussagen gestellt. „Unser Ziel als IHK war immer klar: Wir leisten einen Beitrag dazu, damit das Land nach der Krise wirtschaftlich besser dasteht als zuvor“, sagte Vater.

Jahresempfang 2010 IHK zu KielVor knapp 1.300 im Kieler Schloss versammelten Gästen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft betonte Vater die Rolle, die gerade in Krisenzeiten der IHK-Organisation als Ansprechpartner für Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen zukommt. Er appellierte an die Vertreter der Mitgliedsunternehmen im Lande, das breite Angebot der IHK zu Kiel zu nutzen. Dazu gehören beispielsweise die sogenannten „Runden Tische“ zu allen Fragen der Unternehmensfinanzierung, die Initiative „Stabwechsel“ zum Thema Unternehmensnachfolge, das Internetportal für Existenzgründer „IHK-Mentor“, das IHK-Informationsmagazin „Wirtschaft zwischen Nord- und Ostsee“ sowie die auch für das Jahr 2010 zahlreich geplanten Veranstaltungen der IHK sowohl in Kiel wie in den Zweigstellen Elmshorn, Neumünster und Rendsburg. „Wir sind Ihr Dienstleister“, so Vater. Als Beispiele erfolgreicher IHK-Arbeit hob der 44-Jährige mit besonderem Nachdruck IHK-Projekte aus dem Bereich Aus- und Weiterbildung hervor wie „Kooperation zwischen Wirtschaft und Schule“ und „Ausbildung in Teilzeit“. Die IHK zu Kiel sei auch und vor allem in Sachen Ausbildung „die erste Adresse“.

Im landespolitischen Teil seiner Rede schlug der IHK-Präsident vor, „zukünftig auf die einzelbetriebliche Investitionsförderung zu verzichten“. Die Verantwortlichen forderte er dazu auf, durch Entbürokratisierung gewonnene Mittel sowohl in die verkehrliche Infrastruktur und die Breitbandversorgung als auch in die regionalen Berufsschulen verstärkt zu investieren. „Gerne tritt die IHK zu Kiel mit Ihnen und den zuständigen Parlamentariern und Kabinettsmitgliedern in eine Diskussion ein“, sprach Vater zu den anwesenden Spitzen der schleswig-holsteinischen Politik. Gegenüber dem FDP-Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Kubicki übte der IHK-Präsident Kritik an der Mehrwertsteuerentlastung für Hotelübernachtungen. Vater: „Die IHK zu Kiel fordert eine völlige Neuordnung der Mehrwertsteuer. Dies muss branchenunabhängig geschehen.“ Deutliche Worte fand Vater auch zum Thema Denkmalschutz. Von Kultusminister Dr. Ekkehard Klug forderte er „einen Gesetzentwurf, der Unternehmer vor den Denkmalschützern schützt“. Seinen Dank sprach Vater den schwarz-gelben Akteuren im Lande für die Korrektur erbenfeindlicher Regelungen sowie eine jetzt „wesentlich wirtschaftsfreundlichere“ Unternehmensbesteuerung aus. Zudem dankte er dem anwesenden Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen für seinen erfolgreichen „Widerstand beim Wachstumsbeschleunigungsgesetz“. Er habe Kante gezeigt und viel für das Land herausgeholt.

Im Bereich der Kommunalpolitik sprach Vater erneut das Thema der Energieversorgung an: „Wir können und wir wollen uns nicht damit abfinden, dass in Kiel von vornherein ein neues, umweltfreundliches und effizientes Kohlekraftwerk an der Förde ausgeschlossen wird.“ Auch sei die ablehnende Haltung gegenüber der Erforschung neuer CCS-Technologien und deren Anwendung in Schleswig-Holstein „der falsche Weg“. „Wenn es uns nicht gelingt, die Aufgaben zum Klimaschutz und zur Energieversorgung unideologisch zu lösen, dann hätten wir in Zukunft schmutzigen Strom zu hohen Preisen und erweisen unserer Umwelt einen Bärendienst und vernichten zahlreiche Arbeitsplätze“, so Vater. Für den Standort Kiel sei es zudem unentbehrlich, den Flughafen Kiel-Holtenau als „eine unverzichtbare Verkehrsinfrastruktureinrichtung“ zu erhalten. „Auch müssen die Marineflieger aus vielerlei Gründen hier stationiert bleiben“, fügte Vater an. „Mit kurzfristigen tagespolitischen Aktivitäten und ‚schöner Wohnen’-Projekten kommen wir nicht weiter. Hier müssen Konzepte auf den Tisch“, unterstrich Vater pointiert.

In seiner Beurteilung der gegenwärtigen Wirtschaftslage richtete Vater das Hauptaugemerk auf positive Signale. Den auch durch die IHK-Konjunkturumfragen bestätigten Wachstumstrend von zwei Prozent wertete er als „eine gute Voraussetzung für das gerade angebrochene Geschäftsjahr“. Es gehe wieder aufwärts, obgleich die Finanzierung des Aufschwungs noch nicht gesichert sei. Daher forderte Vater von den Banken, „bei der Kreditvergabe wieder zu perspektivischen Bewertungen der Unternehmenspotentiale“ zu kommen. Ein weiteres drängendes Thema sei die Warenkreditversicherung. Von den Versicherungsunternehmen verlangte der IHK-Präsident, „nicht nur das kurzfristige Geschäft zu sehen“, und appellierte an deren volkswirtschaftliche Verantwortung.

Jahresempfang Freiwillige FeuerwehrenZu Beginn seiner Rede hatte Vater geladene Mitglieder von Freiwilligen Feuerwehren begrüßt und ihnen für ihr Engagement gedankt. Neben Landesgeschäftsführer Peter Schütt vom Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein waren Vertreter der Wehren aus der Landeshauptstadt Kiel sowie den Kreisen Plön, Rendsburg-Eckernförde und Segeberg anwesend. Vater betonte, dass in der Wehr sozialisierte Mitarbeiter „etwas ganz Besonderes“ seien, da sie über Zusatzqualifikationen wie vor allem Teamfähigkeit verfügen. Er appellierte an die Unternehmerschaft, die Arbeit der Wehren zu unterstützen. Gleichermaßen bringen Mitglieder der Jugendfeuerwehren hervorragende Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und überdurchschnittliche soziale Kompetenz mit. „Solche Auszubildende brauchen wir in unseren   Betrieben“, so Vater.

Jahresempfang Auszeinung AzubisIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Jörn Biel betonte in seinem Beitrag, dass die Wirtschaft im Lande die Konsolidierung des Haushalts durch die Landesregierung mit großer Aufmerksamkeit verfolgen werde. Er würdigte zudem die Ende 2009 vom Bundespräsidenten Horst Köhler in Berlin ausgezeichneten Super-Auszubildenden aus dem Bezirk der IHK zu Kiel. Als ganz besondere Leistungsträger erhielten die bundesbesten fünf Absolventen der IHK-Ausbildungsberufe jeweils Weiterbildungsgutscheine, mit denen sie aus dem Kursangebot der IHK-Wirtschaftsakademie frei wählen können.

Geehrt wurden folgende Auszubildende und deren Ausbildungsbetriebe:

Katharina Vollmers       IKEA Deutschland GmbH & Co. KG, Kiel

Sylvin Litwinsi                Landeshauptstadt Kiel

Dirk Stenzel                   Möller-Wedel GmbH, Wedel

Vladimir Lopatin            Kaeding + Rust Ingenieurbüro Kiel

Kristoffer Knoop            GKN Driveline Deutschland GmbH, Kiel



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