Frauen im Blick - Starke Frauen im Norden
Jeder zehnte Mann hat eine Führungsposition im Beruf. Aber nur jede 25. Frau sitzt in der Chefetage. „Es ist aber nur noch eine Frage der Zeit, bis Quote und Gleichstellung keine Themen mehr sind“, sagte Daniela Barth, Vicepräses der IHK zu Lübeck, in der Veranstaltung „Frauen in Blick – Starke Frauen im Norden“ im Ahrensburger Marstall.
340 Unternehmerinnen aus Hamburg und Schleswig-Holstein waren der Einladung des Landesfrauenrates Hamburg, des Vereins „Schöne Aussichten – Verband Selbständiger Frauen“ sowie der Handelskammer Hamburg und der IHK zu Lübeck anlässlich Internationalen Frauentages 2010 gefolgt.
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Ein wichtiges Ziel der Veranstaltung: das Netzwerken. Frauenverbände informierten die Teilnehmerinnen über ihre Arbeit. In einer Talkrunde, moderiert von der Journalistin Nicola Sieverling, diskutierten Heide Simonis, von 1993 bis 2005 Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein und die erste Frau an der Spitze einer deutschen Landesregierung, gemeinsam mit der Kulturjournalistin Andrea Wilke und Marion Knaths, Inhaberin von sheboss, über die Bedeutung von Netzwerken und die Wege von Frauen in Führungspositionen. Simonis betonte, Frauen hätten neben dem Beruf häufig auch noch die Kinderbetreuung zu leisten. In den skandinavischen Nachbarländern hätten es Mütter – aber auch Väter – vor allem aufgrund der guten Betreuungsinfrastruktur deutlich leichter mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Lohngleichheit ins Bewusstsein
Wilke sagte, dass vielen Frauen der Wille fehle, sich auf die Spielregeln der Männern einzulassen. Knaths berichtete dazu, sie habe in vielen von ihr geleiteten Trainings festgestellt, dass Frauen gern nach oben wollten, sobald sie wüssten, wie dort die Regeln seien: „Dann fallen Ängste, und die Frauen erkennen: je mehr Macht, desto mehr Gestaltungsspielraum.“
Die Diskussionsteilnehmerinnen waren sich einig, dass bei der Suche nach den besten Köpfen kein Weg an den Frauen vorbeiführt. Um die Stellung der Frauen in der Berufswelt nachhaltig zu verbessern, müsse auch das Thema Lohngleichheit stärker ins Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit dringen, forderte Simonis. „Es darf nicht sein, dass Frauen im Durchschnitt 27 Prozent weniger Gehalt für eine vergleichbare Tätigkeit bekommen als Männer. Außerdem hat unsere Gesellschaft die Verpflichtung, dafür zu sorgen, dass die Versorgung der Kinder sichergestellt ist, ohne dafür die Netzwerke der Mutter zu strapazieren“, so Simonis.
