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Die Wirtschaft im HanseBelt stellt sich den Herausforderungen durch den Fachkräftemangel. "In vielen Berufszweigen und auch schon bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen wird es zunehmend eng. Wir müssen jetzt handeln, wenn wir im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen wollen. Mit einer klaren Strategie können wir zu einem Musterland in Europa werden“" sagte Christoph Andreas Leicht, Präses der IHK zu Lübeck, auf der Sitzung der IHK-Vollversammlung in Lübeck.
Das höchste Gremium der IHK will das Thema Fachkräftemangel auch im kommenden Jahr zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit machen. Es gebe bereits von der Wirtschaft entwickelte Strategien, die zum Erfolg führen, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, betonte der Präses. Wichtig sei es, die an den Hochschulen des Landes ausgebildeten Fachkräfte im Land zu halten. "Wir können es nicht zulassen, dass andere Metropolregionen die bei uns hoch qualifizierten Akademiker abwerben."
Zwar würde der demografische Wandel dazu führen, dass bis 2025 rund 31.000 Frauen und Männer im erwerbsfähigen Alter für den Arbeitsmarkt weniger zur Verfügung stünden als heute. Aber nach aktuellen Schätzungen wird der Bevölkerungsrückgang zwischen Hamburg und der Ostsee nicht so stark ausfallen wie im Bundesdurchschnitt. „Das ist eine Chance, die wir nutzen müssen", sagte Dr. Ulrich Hoffmeister, Leiter des IHK-Geschäftsbereiches Aus- und Weiterbildung. Unter Federführung der IHK zu Lübeck haben die Wirtschaft und Institutionen vor kurzem eine Fachkräfteinitiative für den HanseBelt gestartet. "Mit einem abgestimmten Vorgehen wollen wir gemeinsam Fachkräfte entwickeln, halten oder anwerben. Dazu haben wir zum Beispiel ein Trainee-Programm für Studenten und Absolventen in kleineren und mittleren Unternehmen entwickelt."
Eine wesentliche Leistung können die Unternehmen selbst erbringen, indem sie ihre Mitarbeiter ständig weiterbilden. "Betriebliche Weiterbildung gewinnt weiterhin zunehmend an Bedeutung. 53 Prozent der Unternehmen wollen ihren Fachkräftebedarf über Weiterbildung decken", so Dr. Detlef Reeker, Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, die als Tochter der drei IHKs im Norden pro Jahr rund 25.000 Frauen und Männer weiterbildet. "Bildung ist Investition mit besten Renditen, sie ist betriebliche und berufliche Zukunftssicherung", betonte Reeker. Allerdings muss die Weiterbildung immer passgenauer werden und kompakter werden, denn für die Unternehmen sind vor allem Kosten, Effizienz und Qualität entscheidend. Der Bedarf an Qualifizierung sei sehr groß, so Reeker. Die erst vor einem halben Jahr offiziell gegründete HanseBelt Akademie verzeichnete bereits mehr als 600 Teilnehmer an ihrem neuen Programm. Der Akademiegeschäftsführer betonte, dass Bildung über Existenz entscheide – für Unternehmen und für Mitarbeiter.
Parallel zur Entwicklung der Weiterbildung müsse die Wirtschaft auch bisher schlummernde Potenziale für den Arbeitsmarkt erschließen, empfahl IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Schulz-Kleinfeldt. Dazu gehören ältere Arbeitnehmer mit ihrer großen Erfahrung und Jugendliche mit Migrationshintergrund. Schulz-Kleinfeldt: "Wir können bereits erste Erfolge unserer Ausbildungsplatz-Akquise bei von Migranten geführten Betrieben melden. In diesen Unternehmen ist dank der Arbeit unseres türkischstämmigen Akquisiteurs Bulent Türkyilmaz die Zahl der Lehrstellen angestiegen." Jetzt gelte es, auch die Jugendlichen in Migrantenfamilien stärker als bisher in eine Ausbildung zu vermitteln.
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