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Die Vollversammlung der IHK zu Lübeck appelliert in einer Resolution an die schleswig-holsteinische Landesregierung, den Studiengang Medizin an der Universität zu Lübeck zu erhalten. "Wir begrüßen die Anstrengungen des Landes, den Haushalt zu konsolidieren, wünschen uns aber einen konstruktiven Dialog über die Zukunft der Universität", sagte IHK-Präses Christoph Andreas Leicht.
"Diese Hochschule hat eine hohe Bedeutung für die Wirtschaft zwischen Hamburg und der Ostsee, sie ist ein existenzieller und zukunftssichernder Standortfaktor für die HanseBelt Region." Das Parlament hatte in den Räumen der Minimax GmbH & Co. KG in Bad Oldesloe intensiv über das Thema diskutiert und die Resolution verabschiedet.
IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Schulz-Kleinfeldt betonte, wie eng die Verflechtung von Wissenschaft und Wirtschaft im HanseBelt sind. Es gibt viele Kooperationen zwischen der medizinischen Fakultät und den Unternehmen. "Die Hansestadt Lübeck und ihre unmittelbare Umgebung sind von medizintechnischen Unternehmen mit zusammen rund 6.500 Arbeitsplätzen geprägt. In der ganzen Region sind es 600 Unternehmen mit fast 15.000 Stellen, die am leistungsfähigen Medizintechnik-Cluster hängen." Eine Schließung des Studienganges und das damit zu erwartende Aus für die Universität zu Lübeck hätten unmittelbare Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung, befürchtet Schulz-Kleinfeldt. "Letztlich verliert der HanseBelt an Attraktivität für Unternehmen, die investieren wollen, und für gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte."
Das Parlament der Wirtschaft will die erwarteten Nachteile für die Region nicht hinnehmen. "Die Resolution unserer Vollversammlung verdeutlicht, dass die gesamte regionale Wirtschaft hinter der Universität steht", sagte Präses Leicht. "Wir appellieren an die Landesregierung, die geplanten Sparmaßnahmen vor dem Hintergrund der regionalen Stärken Schleswig-Holsteins zu prüfen. Es bedarf eines nachhaltigen Konzepts, das die Zukunftsperspektiven für die Universität mit dem Studiengang Medizin und für die Wirtschaft, insbesondere der Medizintechnik in der Region, absichert." Der Präses bietet der Landesregierung ausdrücklich die Unterstützung der IHK bei der Entwicklung entsprechender Konzepte an. Die Vollversammlung fordert deshalb die Landesregierung auf, als Grundlage für Einsparungen ein Konzept für die akademische Ausbildung und die Forschung in ganz Schleswig-Holstein kurzfristig zu erstellen, in dem sie sämtliche Auswirkungen auf den Bildungs-, Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort darlegt. Leicht: "Die Zukunftsfähigkeit Schleswig-Holsteins muss im Vordergrund stehen. Wir sind bereit, an dieser Strategie mitzuarbeiten."
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