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IHK KONJUNKTURUMFRAGE - 3. QUARTAL 2011

Wirtschaftslage besser als die Stimmung

Die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage in Schleswig-Holstein machen deutlich, dass das nicht absehbare Ende der Schuldenkrise im Euroraum nicht ohne Auswirkungen auf die Realwirtschaft bleibt und auch vor Schleswig-Holstein nicht halt macht.

Im dritten Quartal 2011 hat sich der Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen 0 und 200 annehmen kann, im Vergleich zum Vorquartal von 128 auf 118 Punkte verschlechtert. Damit wurde auch der entsprechende Vorjahreswert von 121 Punkten unterschritten.

Die Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage sind dabei weiterhin deutlich positiv:

44,4 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 45,0 Prozent als befriedigend und nur 10,6 Prozent als schlecht (Vorquartal 45,1; 46,3; 8,6). Dies ergab die von der IHK Schleswig-Holstein durchgeführte repräsentative Konjunkturumfrage bei rund 2000 Unternehmen. Dazu erklärte Christoph Andreas Leicht, Präsident der IHK Schleswig-Holstein: "Trotz leicht abgeschwächter Exportnachfrage sind die Auftragsbücher weiterhin überwiegend gut gefüllt. Dass sich die Schuldenkrise in der südlichen Eurozone inzwischen auf das Stimmungsbild der Unternehmen negativ auswirkt, wird an der starken Diskrepanz zwischen der Beurteilung der gegenwärtigen und der erwarteten zukünftigen Geschäftslage deutlich. Während die ganz überwiegende Zahl der Unternehmen die aktuelle Geschäftsentwicklung mit gut oder befriedigend beurteilt, werden die Zukunftsperspektiven jetzt deutlich zurückhaltender bewertet als in den Vorquartalen."

Bedingt durch die leicht abgeschwächte Exportentwicklung ist der Konjunkturklimaindex in der Industrie zwar leicht gesunken, liegt aber über dem Vorjahresniveau und deutlich höher als in den meisten anderen Wirtschaftszweigen. Erfreulich robust ist weiterhin die Baukonjunktur. Auch im Einzelhandel fällt die Kluft zwischen guter aktueller Geschäftslage und der eher pessimistischen Beurteilung der zukünftigen Geschäftsentwicklung ins Auge.

Die deutlichsten Stimmungsverschlechterungen melden der Großhandel und das Verkehrsgewerbe mit einem Rückgang des Indikators um 24 beziehungsweise 22 Punkte. Unbeeindruckt von Spekulationen über ein mögliches Wiederaufleben der Finanzkrise ist die Stimmung im schleswig-holsteinischen Kreditgewerbe weiterhin gut. Die Dienstleistungswirtschaft erweist sich trotz leicht eingetrübter Zukunftsaussichten als Konjunkturstabilisator.

Insgesamt spürbar gesunken sind im Vergleich zum Vorquartal die Aussichten für die Konjunkturentwicklung im weiteren Jahresverlauf. 22,4 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 59,4 Prozent eine gleichbleibende und 18,2 Prozent eine schlechtere Lage. Die Unternehmen agieren in ihren Zukunftsplanungen wieder vorsichtiger. Dies wird auch in den Beschäftigungsplänen der Unternehmen deutlich, die weiterhin einen positiven Trend aufweisen. Das Beschäftigungswachstum wird sich aber verlangsamen. Auch die Investitionsneigung hat sich leicht abgeschwächt, bleibt aber deutlich im positiven Bereich.

 
 

DOKUMENT-NR. 95624

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