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Das Eisenbahnnetz in Schleswig-Holstein ist kontinuierlich im Verlauf der letzten 150 Jahre entstanden. Es hat sich systematisch entwickelt, diente ursprünglich überwiegend der Erschließung neuer Absatzmärkte für die Landwirtschaft und den strategisch-merkantilistischen Interessen der Landesherren.
Viele der ursprünglichen Klein- und Nebenbahnen sind deshalb längst wieder verschwunden. Ähnlich wie bei der Straße konzentriert sich der Hauptverkehr heute auf wenige Magistralen, die allesamt auf Hamburg zulaufen:
Bedingt durch die Bündelung aller Verkehre in Hamburg gehört vor allem die Durchfahrt durch die Metropole zu den zentralen Eisenbahnproblemen des Landes. Selbst Waggons mit gefährlicher Ladung müssen durch dicht besiedelte Stadtgebiete fahren. Von regionaler Bedeutung daneben die Strecken:
Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein
Zu erheblichen großräumigen Verlagerungen der Eisenbahn-Verkehrsströme ist es gekommen, als 1997 die Brücke über den Großen Belt in Dänemark fertig gestellt wurde. Seitdem nehmen die grenzüberschreitenden Güterzüge den Weg über die Jütlandlinie. Auf den Fähren der Vogelfluglinie ist nur der grenzüberschreitende Schienenpersonenverkehr zwischen Hamburg und Kopenhagen verblieben.
Innerhalb des Landes hat es seit der Bahnstrukturreform (01.01.1994) erhebliche Verkehrszunahmen und Verkehrsverlagerungen gegeben. Die Zuständigkeit des Landes für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV), die stärkere Eigenständigkeit der einzelnen DBAG-Unternehmen, das Auftreten neuer Anbieter im SPNV und die Zunahme der grenzüberschreitenden Verkehre haben dazu geführt, dass infrastrukturelle Schwachpunkte im Lande, in Hamburg und darüber hinaus deutlicher sichtbar wurden. Insbesondere die Hauptzulaufstrecken auf Hamburg sind seitdem deutlich stärker frequentiert und operieren stellenweise an der Kapazitätsgrenze. Besonders kritisch wird in der Wirtschaft gesehen, dass darunter auch der Güterverkehr leidet. Zentraler Streitpunkt ist immer wieder die Frage: Wer sorgt für Abhilfe und wer bezahlt dabei was? So trägt das Land Schleswig-Holstein aus seinen Regionalisierungsmitteln ganz erheblich zur Finanzierung der Anlagen bei, vermisst aber entsprechende Rückflüsse aus dem Haushalt der DBAG in den Streckenausbau und -unterhalt im Lande.
Die IHK zu Kiel teilt grundsätzlich diese Auffassung und fordert gemeinsam mit den IHKs des Landes einen verstärkten, bedarfsgerechten Ausbau und Unterhalt des Streckennetzes.
© Hanseatic Transport Consultancy
Zoom
Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur auf der Achse Hamburg-Puttgarden im Zuge einer festen Fehmarnbelt-Querung - das Gutachten als PDF
© Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern zu Flensburg, zu Kiel und zu Lübeck
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www.ihk-schleswig-holstein.de
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