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BRÜCKENSCHLAG NACH SKANDINAVIEN

Feste Fehmarnbelt-Querung soll 2020 fertig sein

Der Bundestag hat am 18. Juni 2009 den Staatsvertrag mit dem Königreich Dänemark zum Bau einer Fehmarnbelt-Querung ratifiziert. Bereits 2020 soll der Verkehr über die Verbindung zwischen Puttgarden und Roedby rollen.

Das Bauwerk – Teil der Transeuropäischen Netze (TEN) Projekte der Europäischen Union - wird rund fünf Milliarden Euro kosten.

Die dänische Seite übernimmt die Regie bei der Planung und Durchführung des Baus, den Betrieb der Querung und übernimmt als alleiniger Eigentümer die Risiken. Diese Risiken sollen durch dänische Staatsgarantien abgesichert werden. Die Querung über den Fehmarnbelt wird privat finanziert werden und durch Mauteinnahmen (Planung: 50 Euro für Kfz) refinanziert werden. Für die dänische Seite ergeben sich Baukosten von fünf Milliarden Euro.

Auf deutscher Seite hat man den Neubau bzw. die Ertüchtigung der Hinterlandverbindungen zugesagt. Dafür sind nach jetzigen Stand eine Milliarde Euro aufzuwenden. Zunächst ist die Autobahn A 1 bis Puttgarden vierspurig auszubauen (100 Millionen Euro). Das Land Schleswig-Holstein will sich mit 60 Millionen Euro beteiligen. Die Fehmarnsundbrücke wird nicht erneuert. Die Bahnstrecke Lübeck – Puttgarden soll eingleisig elektrifiziert werden (300 Millionen Euro). Bis 2025 soll ein zweites Gleis von Bad Schwartau bis Puttgarden gebaut werden, falls sich das Verkehrsaufkommen entsprechend entwickelt hat (600 Millionen Euro). Zurzeit sind 9.000 Fahrzeuge täglich auf der Fehmarnbeltquerung prognostiziert. In einer dritten Stufe soll zu einem späteren Zeitpunkt geprüft werden, ob die Fehmarnsundbrücke ersetz werden muss.

Mit dem baldigen Bau wird eine der ältesten Forderungen der Wirtschaft zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und zur Erhöhung der Standortqualität im Norden umgesetzt. Die IHK zu Lübeck hatte sich bereits seit den 90er-Jahren intensiv für den Bau gegenüber der Politik stark gemacht. Die Märkte Skandinaviens, Deutschlands und Zentraleuropas werden damit noch enger zusammenwachsen und von dieser neuen Nähe profitieren. Gleichzeitig wurde für die Region zwischen den Metropolen Planungssicherheit geschaffen. Jetzt gilt es, die Zeit zu nutzen, und die nach Eröffnung der Querung einsetzenden Wachstumsimpulse im Interesse der Region zu nutzen. Eine feste Verbindung festigt die bereits bestehenden guten Verbindungen nach Skandinavien und setzt ein Zeichen für die weitere Integration im Norden.

Von einer festen Querung des Fehmarnbelt als Bauwerk mit vier Fahrbahnen und zwei Gleisen werden positive Effekte für ganz Nordeuropa erwartet. Im Zentrum dieser Bewertung steht die Erkenntnis, dass die Verkehrsmengen in den nächsten Jahren wegen des Wirtschaftswachstums im Ostseeraum weiterhin deutlich steigen werden. Das Projekt verbindet mit der Metropolregion Hamburg und der Öresund-Region zwei Wirtschaftsräume, die zu einem wichtigen Gravitationszentrum im Norden der EU mit enger Verknüpfung zur Region Berlin werden. Die feste Querung und ihre Ergänzungsmaßnahmen verbessern die Standortqualität erheblich und haben wesentliche positive Effekte für überregionale Verkehre. Aus Sicht der Region bildet sie zudem eine Entwicklungsachse und trägt so zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen bei.

Die weitreichende Bedeutung der Fehmarnbelt-Querung wird durch die Einstufung als prioritäres Projekt im Rahmen der »Transeuropäischen Netze« (TEN) durch die EU eindrucksvoll belegt. Durch diese Entscheidung ist eine Förderung der Investitionskosten aus dem Etat der Europäischen Union vorgesehen. Mit der Aufnahme der Fehmarnbelt-Querung in die Liste der prioritären Verkehrsprojekte wird deutlich: Es gibt vor allem auch eine europäische Dimension des Projektes. Ziel der EU ist die Verknüpfung von Wirtschaftsräumen und die Verbesserung der Lebensverhältnisse bzw. der Wirtschaftskraft in den Regionen.

Positive Effekte einer Fehmarnbelt-Querung:

  • Die feste Querung des Fehmarnbelt ist eine Verbindung zwischen wachsenden Märkten.
  • Das Bauwerk ist ein Projekt von europäischer Bedeutung und geeignet, positive Effekte für den gesamten Bereich der südlichen Ostsee und darüber hinaus zu generieren.
  • Mit einer festen Beltquerung und durch die notwendigen Ergänzungsmaßnahmen in der Infrastruktur wird die Wirtschaftskraft in der Region nachhaltig gewinnen, weil der Standort an der natürlichen Nahtstelle zwischen Nord- und Mitteleuropa attraktiver wird.

Weitere Vorteile für Schleswig-Holstein entfaltet die Querung im Zusammenspiel mit der A 20 und der Elbquerung sowie der Elektrifizierung der Bahnstrecke Hamburg – Lübeck. Ganz neue Chancen für die Wirtschaft sind zu erwarten durch den Ausbau der Wachstumsachse Hamburg - Lübeck - Kopenhagen - Malmö. Kleinräumige positive Effekte sind zu erwarten für die Gewerbeflächennachfrage auf der Achse Hamburg – Lübeck – Ostholstein sowie im Raum Kiel. Damit die anderen Landesteile nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden, unterstreicht die IHK Schleswig-Holstein ihre Forderung, dass unter Planung und Bau der Fehmarnbelt-Querung der zügige Weiterbau der Autobahn A 20 mit westlicher Elbequerung, der Ausbau der Autobahn A 7 und die Ertüchtigung der Schienenverbindung nach Jütland nicht leiden dürfen.

 
 

DOKUMENT-NR. 1594

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Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur auf der Achse Hamburg-Puttgarden im Zuge einer festen Fehmarnbelt-Querung - das Gutachten als PDF