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Website Beratungsstelle ’Wirtschaft und Familie’ (Link: http://www.wirtschaftundfamilie.de)
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Der Kreis Stormarn will sich im Wettbewerb um die besten Köpfe einen entscheidenden Standortvorteil verschaffen. Auf der Veranstaltung "Immer wieder Teilzeit?" in Hammoor sagte Bargteheides Bürgermeister Dr. Henning Görtz zu, Gespräche mit Unternehmen führen zu wollen, um deren Bedarf zur Erhöhung der Familienfreundlichkeit zu ermitteln und ihnen bei der Verwirklichung helfen zu wollen.
"Wir müssen Wirtschaft und Kommunen stärker vernetzen. Die Gemeinden und der Kreis haben die Verantwortung, die Angebote zur Kinderbetreuung zu koordinieren", sagte Görtz. Theda Greisner, Leiterin des Projektes "Wirtschaft und Familie" bei der IHK zu Lübeck, sagte dem Bürgermeister ihre Unterstützung zu. Sie regte an, mit einfachen Lösungen anzufangen, zum Beispiel dem Einsatz von Tagesmüttern in Betrieben zur Betreuung der Kinder von Beschäftigten.
Görtz betonte, dass die Herausforderungen für Kommunen und Unternehmen zur Schaffung familienfreundlicher Angebote im Zuge des demographischen Wandels noch größer würden. "Viele Firmen haben schon jetzt Schwierigkeiten, ausreichend Personal zu finden. Ohne Angebote für eine vernünftige Kinderbetreuung fehlt dem Standort die nötige Attraktivität." Der Bürgermeister ergänzte, dass es nicht nur um Kindergartenplätze gehe, sondern auch um die Betreuung von Schulkindern. "Mit der Schulzeit beginnen die Probleme für die Eltern erst richtig, denn sie müssen die Betreuung in 13 Wochen Ferien sicherstellen, obwohl Vater und Mutter zusammen nicht so viel Urlaub haben."
Diesen Ansatz begrüßte Friederike C. Kühn, Vicepräses der IHK zu Lübeck und Geschäftsführerin der MWS Werbeagentur GmbH in Bargteheide. "Betreuungsangebote sind auch für Unternehmerinnen sehr wichtig", sagte die Mutter eines Sohnes. Theda Greisner will die Gespräche mit der Stadt Bargteheide und Unternehmen zügig aufnehmen. Nur gemeinsam sei es möglich, die Behörden zum Einlenken zu bringen, zum Beispiel den Einsatz von Tagesmüttern in Unternehmen zu genehmigen. In Hamburg gebe es diese Möglichkeit bereits. Wolle der Kreis Stormarn seine Attraktivität für Fach- und Führungskräfte steigern, müsste der Staat in den Betrieben die Voraussetzungen für mehr Flexibilität in der Familienfreundlichkeit schaffen, so Greisner. Auch die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Stormarn, Birte Kruse-Gobrecht, sagte ihre Unterstützung zu: "Gemeinsam können wir vieles besser auf den Weg bringen!"
Erfolgsfaktor Flexibilität
Auch das Angebot der Teilzeit ist eine sinnvolle Basis, um die Bedürfnisse der Arbeitnehmer zu erfüllen. Darin waren sich die Teilnehmer einer vom Hamburger Experten Heiko Sulimma moderierten Podiumsdiskussion einig. Teilzeit ermögliche Müttern und Vätern nach der Elternzeit einen flexiblen Wiedereinstieg in das Berufsleben und lasse Freiraum für die Betreuung der Kinder. Auch für pflegende Angehörige biete die Teilzeit Chance, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. "Die Möglichkeiten sind groß", sagte Anine Linder vom Netzwerkbüro "Erfolgsfaktor Familie!" bei DIHK. Teilzeit bedeute nicht, dass ein Arbeitnehmer 50 Prozent arbeite und Dienstzeiten von acht bis zwölf habe. Vielmehr seien auch Regelungen mit 80 Prozent denkbar, angepasst an die individuellen Bedürfnisse des Arbeitnehmers. Das von Linder betreute Netzwerk habe zudem gute Erfahrungen gesammelt mit Projekten wie Jobsharing.
Flexibilität sei ein wichtiger Erfolgsfaktor für familienbewusste Unternehmen, sagte Gabriele Möller von der Ivan Budnikowsky GmbH & Co. KG in Hamburg. "Die meisten Mütter, die nach der Elternzeit in den Job zurückkehren, haben für eine gute Versorgung der Kinder gesorgt. Wir unterstützen sie, indem wir die Selbstorganisation der Dienstpläne in den Filialen mit flexiblen Arbeitszeiten oder den Einsatz in wohnortnahen Filialen ermöglichen." Wichtig sei es, mit den Mitarbeitern zu reden und ihre individuellen Bedarfe zu ermitteln. Familienbewusstsein müsse auch nach innen zum Ausdruck kommen, betonte sie. Die Ahrensburger Psychotherapeutin Beate Rabe ergänzte, sie betreue viele Familien, die in veränderten Situationen Sicherheit suchten. Vermisse ein Arbeitnehmer Sicherheit und Sinn in seiner Tätigkeit, würde er häufig den Job wechseln. "Wir haben hier viele Angebote und Ideen gehört, mit denen Unternehmen ihre Familienfreundlichkeit deutlich erhöhen können", sagte sie.
Am Dienstag, 5. Oktober 2010, setzen der Kreis Stormarn, die Agentur für Arbeit und die Beratungsstelle "Wirtschaft und Familie" der IHK zu Lübeck die Veranstaltungsreihe fort. Ab 17 Uhr gehen Experten ebenfalls im Restaurant Klassenzimmer in Hammoor der Frage nach, ob die Demografie uns im Griff hat, oder wir sie.
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