Jahresrückblick und Ausblick

Grußwort des Präsidenten

Liebe Unternehmerinnen und Unternehmer,
der Dezember bietet immer Anlass, um Bilanz zu ziehen. Heute möchte ich vor allem auch nach vorne schauen: 2017 wird für die Industrie- und Handelskammer zu Flensburg im Zeichen der Vollversammlungswahlen stehen. Die Vorbereitungen laufen bereits; der genaue Wahltermin Ende des Jahres steht noch nicht fest. Selbstverständlich werden wir Sie frühzeitig und umfassend informieren. Gleichzeitig möchten wir möglichst viele Unternehmensvertreterinnen und -vertreter motivieren, sich ehrenamtlich für die IHK zu engagieren - entweder in der Vollversammlung als höchstem und beschlussfassendem Gremium der IHK, in unseren Fachausschüssen oder als Prüfer in den unterschiedlichen Ausbildungsberufen, die unser duales Bildungssystem bietet.
In ihrer jetzigen Zusammensetzung besteht die Vollversammlung seit 2012. Alle sechs Jahre wählen Sie, die Unternehmerinnen und Unternehmer aus Dithmarschen, Nordfriesland, Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg neue Mitglieder - 60 sind es insgesamt. Entscheidend für die jeweilige Anzahl der Sitze je Branche ist die Zahl der Betriebe, der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und des Beitragsaufkommens. Gewählt wird in den einzelnen Wahlgruppen in den jeweiligen Kreisen, sofern es die Stärke eines Wirtschaftszweiges zulässt - ansonsten im gesamten IHK Bezirk. In ihrer konstituierenden Sitzung Anfang des Jahres 2018 wird die Vollversammlung ein neues Präsidium wählen.
Wie in jedem Jahr hat das Gremium auch 2016 vier Mal getagt, um aktuelle Themen zu diskutieren und grundsätzliche Beschlüsse zu fassen. Es ist eine interessante Aufgabe, über die Entwicklung der regionalen Wirtschaft von Anfang an mitzuentscheiden, und aus Erfahrung darf ich Ihnen sagen: Für die eigene Tätigkeit stellt sie zudem eine große Bereicherung dar. Sie erfahren aus erster Hand, was die Unternehmen umtreibt, welche neuen Themen und Trends es gibt, wofür es sich einzusetzen lohnt und gegen welche politischen Überlegungen die Wirtschaft im Norden rechtzeitig und geschlossen Flagge zeigen sollte.
Vielleicht möchten Sie sich näher über unsere Arbeit informieren? Einen guten Überblick zum Thema "Ehrenamt" bietet Ihnen unsere Internetseite unter ihk-sh.de. Unser Hauptgeschäftsführer und ich selbst stehen Ihnen auch für ein persönliches Gespräch gerne zur Verfügung. Unter den unten stehenden Kontaktdaten können Sie einen Termin vereinbaren.
Seit sechs Monaten steht das Hauptamt der IHK Flensburg unter neuer Führung: Björn Ipsen, zuvor in der IHK zu Kiel als Geschäftsbereichsleiter Existenzgründung und Unternehmensförderung tätig, hat das Amt des Hauptgeschäftsführers von Peter Michael Stein übernommen, der nach 20 Jahren in dieser Funktion in den Ruhestand getreten ist. Hinsichtlich der internen Organisation der IHK gibt es einige Neuerungen. So werden die Geschäftsbereiche unter den drei Kategorien "Interessen bündeln" (Standortpolitik, Innovation/Umwelt/Industrie), "Unternehmen beraten" (Existenzgründung/Unternehmensförderung, Recht und Steuern) und "Menschen bilden" (Aus- und Weiterbildung) zusammengefasst.
Bündeln, bilden, beraten: Die IHK wird Ihre Interessen in diesem Sinne wahrnehmen und vertreten, um einen noch direkteren und praxisnahen Service bieten zu können. Auf den Bereich „Industrie“ haben wir mit besonderen Angeboten und einem eigenen Ansprechpartner noch stärkeres Augenmerk gelegt als bisher.
Es gibt also einiges an Neuem zu berichten. Die Arbeit an den Kernthemen, die sich wie ein roter Faden durch die Jahre ziehen, geht natürlich weiter. Die Infrastruktur bei uns im Nordwesten Schleswig-Holsteins beschäftigt uns nachhaltig, wobei nach wie vor der Ausbau von A 20 und B 5 sowie die Ertüchtigung der Marschbahn zu den Schwerpunkten zählen. Wir machen uns stark für die Erneuerbaren Energien und zunehmend auch dafür, dass das Energiemanagement der „Regenerativen“ vorangetrieben wird, also zeitweilige Stromüberschüsse mit den unterschiedlichen "Power to X"- Technologien einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Elektromobilität und die Umwandlung in Wärme sind nur zwei Beispiele dafür.
Es freut uns, dass sich der Tourismus weiterhin sehr positiv entwickelt. Der Urlaub im eigenen Land - und speziell an Nord- und Ostsee - wird immer beliebter. Die Tourismusstrategie des Landes ist auf dem besten Weg, ihre bis 2025 gesteckten Ziele zu erreichen.
Abschließend möchte ich noch auf die IHK-Aktivitäten in Bezug auf die Integration von Flüchtlingen eingehen. Die Thematik hat aufgrund der Zuwanderungszahlen, die niedriger als erwartet ausgefallen sind, einiges von ihrer anfänglichen Dringlichkeit und Brisanz verloren. Dennoch bleibt es eine anspruchsvolle und arbeitsintensive Aufgabe, die Menschen, die zu uns gekommen sind, in unser wirtschaftliches und gesellschaftliches Gefüge zu integrieren. Die beiden Mitarbeiterinnen, die wir dafür eingestellt haben, können schon über erfreuliche Erfolge berichten. Bundesweit Pilotcharakter hat das Projekt "Festmachen auf Sylt", das geflüchtete Menschen auf eine Ausbildung in der Gastronomie auf der Insel vorbereitet. Auf Initiative und mit aktiver Beteiligung Sylter Gastronomen ist die Maßnahme entstanden. Die IHK Flensburg hat sie mit koordiniert und wichtige Rahmenbedingungen geschaffen. Inzwischen hat die Praxisphase begonnen, die wir auch weiter begleiten werden. Ich bin sehr gespannt darauf, ob dieses Modell auch an anderer Stelle Schule machen wird.
Ihnen und Ihren Familien wünsche ich eine besinnliche und erholsame Weihnachtszeit. Ich freue mich wie immer über Ihr Feedback und Ihre Anregungen. Bleiben Sie gesund und tatkräftig im neuen Jahr!  
Ihr Uwe Möser,
Präsident der IHK Flensburg
Veröffentlicht am 5. Dezember 2016