Coronavirus

Medizintechnik und Arbeitsschutz

Selbsttests in Unternehmen

Zur Erfüllung der Testpflicht können Unternehmen ihren in Präsenz beschäftigten Mitarbeitenden alternativ zu den professionellen Antigen-Schnelltests auch Selbsttests anbieten. Diese können von Laien durchgeführt werden und bedürfen - im Gegensatz zu den professionellen Antigen-Schnelltests - keines geschulten Personals. Auch Selbsttests können einen wichtigen gesamtgesellschaftlichen Beitrag leisten, um COVID-19-Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und die Ansteckung weiterer Beschäftigter und anderer Personen zu verhindern.
Die Handreichung zum Einsatz von Selbsttests in Unternehmen beantwortet Fragen zur Beschaffung und Durchführung von Selbsttests und soll Arbeitgebern somit helfen, in ihrem Betrieb Selbsttestungen zu organisieren.
Die Plattform IHK ecoFinder hat die Kategorie Antigen-Schnelltests und Antigen-Selbsttests in ihre Suchfunktion integriert. Sie finden eine stetig wachsende Zahl von Anbietern auf der Website des IHK ecoFinders.

Selbsttest und Laientest einsetzen – #GemeinsamGegenCorona​ (Video-)Podcast

Hier gelangen Sie zur zweiten Podcast-Folge Schnelltest im Unternehmen einsetzen.
Webinare zu Corona-Schnelltests
Die DIHK-Bildungs-GmbH bietet Webinare zur Organisation und Durchführung von Corona-Schnelltests sowie Webinare zu rechtlichen Fragestellungen an. Melden Sie sich gleich an!

Professionelle Antigen-Schnelltests in Unternehmen 

Im Rahmen der Testpflicht können Unternehmen ihren Mitarbeitenden statt der Selbsttests auch professionelle Antigen-Schnelltests anbieten, die ebenfalls ohne Beauftragung eines Labors durchgeführt werden. Sie dienen ebenfalls zur Feststellung akuter Infektionen durch einen Nasen-Rachenabstrich, einen Abstrich im Bereich der vorderen Nasenwand (Nasaltests) oder auch durch einen Spuck- oder Gurgeltest. Die Durchführung dieser Tests erfordert anders als bei den Selbsttests geschultes Personal und persönliche Schutzausrüstung. Weitere Unterschiede sind der Handreichung zu entnehmen.
Die vorliegende Handreichung, die einer kontinuierlichen Anpassung unterliegt, soll Unternehmen verschiedener Branchen als Orientierungshilfe dienen, um eine Antigenschnelltestung in ihrer Belegschaft durchzuführen.
Die Plattform IHK ecoFinder hat die Kategorie Antigen-Schnelltests und Antigen-Selbsttests in ihre Suchfunktion integriert. Sie finden eine stetig wachsende Zahl von Anbietern auf der Website des IHK ecoFinders.

Inverkehrbringen von Antigentest

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) stellt auf seiner Website umfangreiche Informationen zu Corona Antigen-Tests und den Möglichkeiten des Inverkehrbringens bereit.

Handreichung zur Erarbeitung eines Konzepts zur Vermeidung des Ansteckungsrisikos mit dem Coronavirus

Viele kleine Unternehmen machen sich derzeit viele Gedanken aufgrund der Corona-Pandemie, wie sie das Ansteckungsrisiko in ihrem Betrieb möglichst geringhalten. Dabei bereitet die Abwägung zwischen Aufrechterhaltung des Unternehmens und Minimierung von gesundheitlichen Risiken enorme Schwierigkeiten.
Zudem bestehen große Planungsunsicherheiten, welche Mitarbeiter in einem Ansteckungsfalle zusätzlich zum Infizierten vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt werden könnten. Klare Aussagen anhand von eindeutigen Kriterien, ab wann dem Ansteckungsrisiko tatsächlich Rechnung getragen wurde, kann auch das Gesundheitsamt aufgrund des hohen Individualisierungsgrades für alle Betriebe nicht gleichermaßen treffen.
Um dennoch den Anforderungen zur Vermeidung von Corona-Ansteckungen gerecht zu werden, sollte jedes Unternehmen ein Konzept erarbeiten und dieses vor allem schriftlich dokumentieren. Es könnte neben der Minimierung des Infektionsrisikos auch im Ansteckungsfalle den Gesundheitsämtern die Entscheidung erleichtern, ob und welche Kollegen zusätzlich in Quarantäne zu schicken sind.
Dazu sollen hier Leitlinien bzw. Richtlinien als Hilfestellung für die Erarbeitung eines solchen Konzeptes vorgeschlagen werden, um den Unternehmen den Umgang mit dem Ansteckungsrisiko zu erleichtern.

Nachfrage und Bedarf an medizinischen Produkten decken

Die Nachfrage und der Bedarf an medizinischen Produkten ist enorm gestiegen. Für die Sicherstellung der medizinischen Versorgung werden zusätzliche Produktionskapazitäten gesucht. Gleichzeitig stellen Unternehmen ihre Ressourcen zur Verfügung, um schnell helfen zu können. Die Corona Drehscheibe und das Clustermanagement Life Science Nord machen diese Gesuche und Angebote öffentlich und unterstützen bei der Vernetzung mit den richtigen Partnern.

Corona-Arbeitsschutzverordnung

Das Bundeskabinett hat am 20. Januar 2021 die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) verabschiedet und mehrfach angepasst. Sie gilt nun vorerst befristet bis einschließlich 24. November 2021.
Zu den Neuerungen ab 10. September gehört die Verpflichtung der Arbeitgeber, Beschäftigte über die Risiken einer COVID-19 Erkrankung und bestehende Möglichkeiten einer Impfung zu informieren, die Betriebsärzte bei betrieblichen Impfangeboten zu unterstützen sowie Beschäftigte zur Wahrnehmung von Impfangeboten freizustellen.
Bereits zuvor galt und gilt weiter:
  • Betriebliche Hygienepläne sind wie bisher zu erstellen und zu aktualisieren, umzusetzen sowie in geeigneter Weise zugänglich zu machen. Dazu sind weiterhin die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregeln und die branchenbezogenen Praxishilfen der Unfallversicherungsträger heranzuziehen.
  • Arbeitgeber bleiben verpflichtet, in ihren Betrieben mindestens zweimal pro Woche für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Präsenz die Möglichkeit für Schnell- oder Selbsttests anzubieten.
  • Der Arbeitgeber kann den Impf- oder Genesungsstatus der Beschäftigten bei der Festlegung der erforderlichen Schutzmaßnahmen berücksichtigen, eine entsprechende Auskunftspflicht der Beschäftigten besteht jedoch nicht.
  • Betriebsbedingte Kontakte und die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen müssen weiterhin auf das notwendige Minimum reduziert bleiben. Dazu kann auch Homeoffice einen wichtigen Beitrag leisten.
  • Arbeitgeber müssen mindestens medizinische Gesichtsmasken zur Verfügung stellen, wo andere Maßnahmen keinen ausreichenden Schutz gewähren.
  • Auch während der Pausenzeiten und in Pausenbereichen muss der Infektionsschutz gewährleistet bleiben.
Am 21. April 2021 ist die Dritte Verordnung zur Änderung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung in Kraft getreten. Arbeitgeber müssen ausnahmslos allen Beschäftigten, soweit diese nicht ausschließlich zuhause arbeiten, mindestens zweimal pro Kalenderwoche Selbsttests oder, wo dies möglich ist, professionelle Antigen-Schnelltests anbieten, um Infektionen frühzeitig zu erkennen.
Das BMAS hat dazu eine FAQ-Liste veröffentlicht (Abschnitt 6. Angebot von Tests).

Die zuständigen Stellen in Schleswig-Holstein sind

Staatliche Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord 
Standort Lübeck
Zuständigkeiten: Kreise Ostholstein, Segeberg, Stormarn, Herzogtum-Lauenburg, Stadt Lübeck
Bei der Lohmühle 62
23554 Lübeck
Tel.: 0451 31 75 01-0 
Fax: 0451 31 75 01-210 
E-Mail: poststelle-hl@arbeitsschutz.uk-nord.de
Website: www.uk-nord.de
Staatliche Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord 
Standort Itzehoe
Zuständigkeiten: Dithmarschen, Pinneberg, Steinburg
Oelixdorfer Str. 2
25524 Itzehoe  
Tel.: 04821 66-0  
Fax: 04821 66-2807
E-Mail:  poststelle-iz@arbeitsschutz.uk-nord.de
Staatliche Arbeitsschutzbehörde bei der Unfallkasse Nord 
Standort Kiel
Zuständigkeiten: Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Städte Kiel, Neumünster, Flensburg 
Seekoppelweg 5a; 24113 Kiel
Tel.: 0431 22 00 40 - 10 
Fax: 0431 22 00 40 - 650
E-Mail: poststelle-ki@arbeitsschutz.uk-nord.de

Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2

Dem Arbeitsschutz kommt in Zeiten der Corona-Pandemie eine zentrale Rolle zu. 
Die Bundesregierung empfiehlt daher einen neuen Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2 mit folgenden Eckpunkten:
  1. Arbeitsschutz gilt weiter – und muss bei einem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft zugleich um betriebliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 ergänzt werden!
    Wenn sich wieder mehr Personen im öffentlichen Raum bewegen, steigt das Infektionsrisiko – und damit das Risiko steigender Infektionszahlen und Überlastung des Gesundheitswesens. Dazu ist ein hoher Arbeitsschutzstandard notwendig, der dynamisch an den Pandemieverlauf angepasst wird.
  2. Sozialpartnerschaft nutzen, Arbeitsschutzexperten einbinden, Angebot arbeitsmedizinischer Vorsorge ausweiten!
    Eine gelebte Sozialpartnerschaft in den Betrieben hilft gerade jetzt, die notwendigen Schutzmaßnahmen wirksam im betrieblichen Alltag zu verankern. Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit beraten den Arbeitgeber bei der Umsetzung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und unterstützen bei der Unterweisung. Die Betriebe bieten ihren Beschäftigten zusätzliche freiwillige, gegebenenfalls telefonische, arbeitsmedizinische Vorsorge an.
  3. Der Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern wird universell auch bei der Arbeit eingehalten - in Gebäuden, im Freien und in Fahrzeugen!
    In den Betrieben werden entsprechende Absperrungen, Markierungen oder Zugangsregelungen umgesetzt. Wo dies nicht möglich ist, werden wirksame Alternativen ergriffen.
  4. Abläufe werden so organisiert, dass die Beschäftigten möglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben!
    Schichtwechsel, Pausen oder Anwesenheiten im Büro werden durch geeignete organisatorische Maßnahmen entzerrt, Kontakte der Beschäftigten untereinander werden im Rahmen der Schichtplangestaltung auf ein Minimum reduziert.
  5. Niemals krank zur Arbeit!
    Personen mit erkennbaren Symptomen (auch leichtes Fieber, Erkältungsanzeichen, Atemnot) verlassen den Arbeitsplatz beziehungsweise bleiben zu Hause, bis der Verdacht ärztlicherseits aufgeklärt ist. Hier sind auch die Beschäftigten gefragt, ihre gesundheitliche Situation vor Arbeitsbeginn zu prüfen, um ihre Kolleginnen und Kollegen nicht in Gefahr zu bringen.
  6. Zusätzlichen Schutz bei unvermeidlichem direkten Kontakt sicherstellen!
    Wo Trennung durch Schutzscheiben nicht möglich ist, werden vom Arbeitgeber Nase-Mund-Bedeckungen für die Beschäftigten und alle Personen mit Zugang dessen Räumlichkeiten (wie Kunden, Dienstleister) zur Verfügung gestellt.
  7. Zusätzliche Hygienemaßnahmen treffen!
    Waschgelegenheiten beziehungsweise Desinfektionsspender werden vom Arbeitgeber bereitgestellt, um die erforderliche häufige Handhygiene am Ein-/Ausgang und in der Nähe der Arbeitsplätze zu ermöglichen. Kurze Reinigungsintervalle für gemeinsam genutzte Räumlichkeiten, Firmenfahrzeuge, Arbeitsmittel und sonstige Kontaktflächen verbessern den Infektionsschutz weiter. Auf die verbindliche Einhaltung einer "Nies-/Hustetikette" bei der Arbeit wird besonders geachtet!
  8. Arbeitsmedizinische Vorsorge nutzen; Risikogruppen besonders schützen!
    Viele bangen um ihre Gesundheit. Arbeitsmedizinische Vorsorge beim Betriebsarzt ermöglicht individuelle Beratung zu arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Auch Vorerkrankungen und Ängste können hier besprochen werden. Wird dem Arbeitgeber bekannt, dass eine Person einer Risikogruppe angehört, ergreift er die erforderlichen individuellen Schutzmaßnahmen.
  9. Betriebliche Beiträge zur Pandemievorsorge sicherstellen!
    Um schnell auf erkannte Infektionen reagieren zu können, erarbeiten Arbeitgeber betriebliche Routinen zur Pandemievorsorge und kooperieren mit den örtlichen Gesundheitsbehörden, um weitere möglicherweise infizierte Personen zu identifizieren, zu informieren und gegebenenfalls auch isolieren zu können. Beschäftigte werden angehalten, sich bei Infektionsverdacht an einen festen Ansprechpartner im Betrieb zu wenden.
  10. Aktive Kommunikation rund um den Grundsatz "Gesundheit geht vor!"
    Der Arbeitgeber unterstützt aktiv seine Beschäftigten. Führungskräfte stellen vor Ort klar, dass Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten Priorität haben. Alle zusätzlichen betrieblichen Infektionsschutzmaßnahmen und Hinweise werden verständlich erklärt und gegebenenfalls erprobt und eingeübt.
Das BMAS bietet Ihnen den Arbeitsschutzstandard als PDF zum Herunterladen an. Auf der Seite des BMAS erhalten Sie zudem  weitere Informationen. Auch die Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie hat hilfreiche Informationen zum SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard zusammengestellt.

SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel

Die neue SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel konkretisiert für den Zeitraum der Corona-Pandemie die zusätzlich erforderlichen Arbeitsschutzmaßnahmen für den betrieblichen Infektionsschutz und die im SARS-VCoV-2 Arbeitsschutzstandard bereits beschriebenen allgemeinen Maßnahmen.
Das Risiko für Infektionsausbrüche in den Betrieben soll mit ihnen gesenkt und auf niedrigem Niveau gehalten werden. Abstand, Hygiene und Masken bleiben dabei die wichtigsten Instrumente.
Die neue SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel umfasst technische Empfehlungen des Infektionsschutzes wie Lüftung der Räume und Abtrennungen zwischen den Mitarbeitern sowie organisatorische Maßnahmen - beispielsweise die Gestaltung der Arbeits- und Pausenzeiten oder die Arbeit im Homeoffice. Für Arbeitsbereiche, in denen diese Maßnahmen keinen hinreichenden Infektionsschutz bieten können, können personenbezogene Maßnahmen zum Einsatz kommen: zum Beispiel das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen. Außerdem beinhaltet die Regel Vorschläge zum Umgang mit besonders schutzbedürftigen Beschäftigten.
Betriebe, die die in der SARS-CoV-2-Regel vorgeschlagenen technischen, organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen umsetzen, können davon ausgehen, dass sie rechtssicher handeln. Die Regel bietet bundesweit Handlungssicherheit im Arbeitsschutz. Für die Aufsichtsbehörden der Länder schafft sie eine einheitliche Grundlage, um die Maßnahmen in den Betrieben zu beurteilen. Die Arbeitsschutzregel kann dazu beitragen, bereits umgesetzte Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten weiter zu verbessern und auszubauen.
Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel tritt noch im August 2020 in Kraft.

Atemschutzmasken

Durch die Knappheit bei Atemschutzmasken wurde das Inverkehrbringen teilweise erleichtert. Zu unterscheiden sind hier FFP-Masken, die der Regulierung der Richtlinie über  persönliche Schutzausrüstungen unterliegen und Mund-Nasen-Schutz-Masken (MNS) die dem Medizinproduktrecht unterliegen. Nach den Empfehlungen des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe gelten MNS und FFP-Masken ohne CE-Kennzeichen, die in den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada, Australien oder Japan verkehrsfähig sind, auch in Deutschland als verkehrsfähig. Weitere Fragen zur Verwendung und zum Inverkehrbringen von filtrierenden Halbmasken/Atemschutzmasken und weiterer persönlicher Schutzausrüstung beantwortet die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) in ihren FAQs.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat  Informationen zum Coronavirus im Zusammenhang mit den regulatorischen Aufgabenstellungen für Sie zusammengestellt. Insbesondere für kleine Unternehmen und Startups bietet das BfArM kostenlose Beratung im Zusammenhang mit Arzneimitteln und Medizinprodukten zum Thema Coronavirus an. Besuchen Sie die Seite regelmäßig, um die neuesten Sonderzulassungen und -regelungen zu erfahren.

Selbsttest für Atemschutzmasken

Das Institut für Arbeitsschutz (IFA) bietet Schnelltest für Atemschutzmasken an. Das IFA hat hierzu eine FAQ-Liste veröffentlicht, um interessierten Unternehmen die Möglichkeit zu geben, selbst zu entscheiden, ob ihr Produkt grundsätzlich für den Schnelltest in Frage kommt. 

Webinar zur Zertifizierung von Atemschutzmasken

Life Science Nord hat ein Webinar zur Zertifizierung von Atemschutzmasken durchgeführt. Die Vortragsfolien stehen auf der Homepage von Life Science Nord zum Download bereit:

Selbstgefertigte Atemmasken rechtssicher verkaufen

Derzeit stellen viel Betriebe coronabedingt Ihre Produktion auf die Herstellung von selbstgefertigten Atemmasken um. Dies zeigt nicht nur die Flexibilität unserer Unternehmen in diesen schwierigen Zeiten, sondern sie übernehmen auch Verantwortung und helfen mit schnellen Lösungsmöglichkeiten. Um jedoch nicht in Konflikt mit dem Medizinproduktegesetz zu kommen, ist für den Vertrieb folgendes zu beachten. Mund- und Atemschutzmasken sind grundsätzlich Medizinprodukte und bedürfen zu ihrem Vertrieb der medizinischen Überprüfung, der CE-Kennzeichnung und einer Gebrauchsanweisung. Wenn diese Kriterien nicht erfüllt werden, darf die Produktbezeichnung keinen medizinischen Schutz kennzeichnen. Es darf auch in der Produktbeschreibung mit keinem Wort ein "Schutz" beworben werden. Möglich wären also Bezeichnungen wie:
  • Atemmaske
  • Mundbedeckung
  • Mund-Nasen-Abdeckung
  • Mundmaske
  • Mund-Nasen-Maske
  • Behelfsmaske
  • Behelfsabdeckung
  • Selfmade-Maske
Da es sich um Verbraucherprodukte handelt ist in jedem die Herstellerkennzeichnung mit Namen und Anschrift erforderlich. Unter diesen Voraussetzungen können die Atemmasken verkauft und beworben bzw. auch gespendet werden. Zusätzliche Angaben nach der Textilkennzeichnungsverordnung sind nicht notwendig.

Händedesinfektionsmittel

Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat am 14. April 2020 in Abstimmung mit dem Bundesumweltministerium erneut eine Allgemeinverfügung zur Zulassung bestimmter Biozidprodukte zur Händedesinfektion zur Abgabe an berufsmäßige Verwender erlassen. Hierdurch werden die bisherigen Allgemeinverfügungen (vom 4. sowie 13. und 20. März 2020) aufgehoben und deren Inhalte zusammengeführt. Durch die vorherigen Allgemeinverfügungen waren bereits neben Apotheken, der pharmazeutischen und chemischen Industrie auch juristische Personen des öffentlichen Rechts zur Abgabe an berufsmäßige Verwender berechtigt worden.
Das Bundesgesundheitsministerium teilt zur neusten Allgemeinverfügung mit:
  • Die Apotheken, die chemische und die pharmazeutische Industrie dürfen die 2-Propanol-haltigen und Ethanol-haltigen Biozidprodukte nun auch zur Abgabe an und Verwendung durch Verbraucher herstellen. 
  • Es werden zusätzliche Rezepturen mit höherem Wirkstoffgehalt aufgenommen (Rezepturen 2, 5 und 7). 
  • Die Allgemeinverfügung gilt nun auch für bestimmte Rezepturen, für die fristgerecht ein Zulassungsantrag nach Artikel 89 Absatz 3 der Biozid-Verordnung gestellt worden ist.
  • Die Inhalte der Allgemeinverfügung, insbesondere die Darstellung der Rezepturen, werden präziser, verständlicher und benutzerfreundlicher gefasst.
  • Es werden zusätzliche Hinweise gegeben für die Auswahl der geeigneten Rezeptur, für die Herstellung und für die Etikettierung/Gebrauchsanweisung.
Hintergrund ist eine aktuelle Knappheit an Händedesinfektionsmitteln. Bereits nach der vorausgegangenen Allgemeinverfügung der BAuA dürfen Apotheken daher befristet bis zum 31. August 2020 Mittel zur Händedesinfektion herstellen.
Sofern nicht nach der Allgemeinverfügung verfahren werden kann, ist eine Einzelzulassung durch die Bundesstelle für Chemikalien erforderlich.

Flächendesinfektion

Am 2. April 2020 wurde eine weitere Allgemeinverfügung veröffentlicht. Diese betrifft die "Zulassung Ethanol-haltiger, Chloramin-T-haltiger und Natriumhypochlorit-haltiger Biozidprodukte zur Flächendesinfektion zur Abgabe an und Verwendung durch berufsmäßige Verwender aufgrund einer Gefahr für die öffentliche Gesundheit“, um auch im Bereich der Flächendesinfektion Engpässe zu verhindern.

ECHA erleichtert Herstellung von Desinfektionsmitteln

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat weitere Informationen bekannt gegeben, um Unternehmen bei der Herstellung und Vermarktung von Desinfektionsmitteln zu unterstützen.
Neben der Empfehlung für Unternehmen, sich auf Artikel 55 der EU-Verordnung über Biozidprodukte (zeitlich begrenzte Ausnahmeregelungen von den Standardanforderungen der Verordnung für die Zulassung von Produkten zum beschleunigten Markzugang bei zuständiger nationaler Behörde, wenn Desinfektionsmittel bereits einen zugelassenen Wirkstoff enthalten) zu berufen, stellt die ECHA drei Listen mit Informationen zur Verfügung, um Unternehmen die Informationssuche zu erleichtern:
  • Biozidwirkstoffe, die für ihre Verwendung in Desinfektionsmitteln zugelassen oder überprüft werden,
  • Desinfektionsmittel, die nach der Biozidprodukteverordnung (BPR) zugelassen sind
  • Desinfektionsmittel, die nach den nationalen Regelungen in Spanien, den Niederlanden und der Schweiz zugelassen sind.
Darüber hinaus teilt die ECHA mit, dass sie eine neue Webseite zu COVID-19 eingerichtet hat, um regelmäßig Informationen über Unterstützungsmaßnahmen der ECHA zur Verfügung zu stellen.
Hier finden Sie die Mitteilung der ECHA mit weiteren Informationen.

Landesprogramm Wirtschaft – Auf- und Ausbau der Produktion von Persönlicher Schutzausrüstung 

Das Land Schleswig-Holstein fördert mit einer neuen Förderrichtlinie Investitionen von Betrieben, die eine PSA-Produktion erweitern oder in Schleswig-Holstein neu errichten wollen.
Zuschüsse werden an Unternehmen gewährt, deren zu fördernde Betriebsstätte in Schleswig-Holstein liegt. Es können nur Unternehmen ohne jede öffentliche Beteiligung gefördert werden.
Weitere Informationen zur der Förderungen finden Sie in unserem Artikel Finanzierungshilfen.

Förderung Medizinischer Schutzausrüstungen

Neben der Investitionsförderung von Vlies-Produktionsanlagen hat der Bund die Schutzmasken-Richtlinie um zwei Fördermodule erweitert. Gefördert werden jetzt auch Investitionen in kurzfristig und langfristig verfügbare Anlagen zur Produktion von Schutzmasken sowie Entwicklungsarbeiten für innovative und über den Stand der Technik hinaus gehende Anlagen.
Im Rahmen der Richtlinie “Bundesförderung von Produktionsanlagen von Schutzausrüstung und dem Patientenschutz dienender Medizinprodukte sowie deren Vorprodukte” unterstützt das BMWi seit dem 1. Juni die Produktion von Schutzmasken mit zwei neuen Fördermodulen. Förderfähig sind alle Investitionen, die seit 28. Februar 2020 getätigt wurden.
Anträge auf Förderung können ab 1. Juni beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden. Die Förderrichtlinie mit näheren Informationen zu allen drei Fördermodulen finden Sie auf der Website des BMWi.

IHK ecoFinder Datenbank: Anbieter medizinischer Schutzausrüstungen

Die Coronakrise hat zu einem großen Bedarf an medizinischen Schutzausrüstungen geführt. Nach einem anfänglichen Mangel an entsprechenden Materialien gibt es nun eine große Zahl von Anbietern, die entsprechende Produkte auf dem Markt bereitstellen. Auch gibt es mittlerweile eine Vielzahl von Marktplätzen und Börsen auf denen medizinische Schutzausrüstungen angeboten und nachgefragt werden. Die IHK-Organisation hat darauf reagiert und bietet Ihnen auf der Plattform IHK ecoFinder ab sofort die Möglichkeit nach Herstellern und Händlern medizinischer Schutzausrüstungen zu suchen:  

Persönliche Schutzausrüstungen

Die EU-Kommission stellt harmonisierte Normen für persönliche Schutzausrüstungen (PSA) und Medizinprodukte zur Verfügung. Vor dem Hintergrund des Coronavirus hat die EU-Kommission am 20. März 2020 “im Schnellverfahren“ mehrere harmonisierte EU-Standards auf ihrer Website veröffentlicht, um betroffenen Unternehmen die Umstellung ihrer Produktion bzw. Vermarktung auf dem EU-Binnenmarkt - und so die Versorgung mit PSA und Medizinprodukten - zu erleichtern. Den Zugang zu den harmonisierten Normen erhalten sie hier.

Vlies-Produktionsanlagen

Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt seit dem 1. Mai die Produktion von Vliesstoffen, die für zertifizierte Masken gebraucht werden. Die Förderung beträgt 30 Prozent der Investitionen in Anlagen zur Produktion von Filtervlies und ist auf maximal 10 Millionen Euro je Unternehmen begrenzt. Investitionen, die seit dem 28. Februar 2020 bereits getätigt wurden, können auch rückwirkend gefördert werden. Entsprechende Förderanträge können noch bis zum 30. Juni 2020 gestellt werden.
Weitere Informationen gibt es auf der Seite des BMWI.

Leitlinien für Produktion sicherer medizinischer Ausrüstung

Die Leitlinien ergänzen die Empfehlung der Kommission vom 13. März 2020 über Konformitätsbewertungs- und Marktüberwachungsverfahren im Kontext der COVID-19-Bedrohung sowie über die frei zur Verfügung gestellten europäischen Standards für medizinische Ausrüstung (s. Pressemitteilung der Europäischen Kommission vom 20. März 2020).
Die Dokumente sind derzeit nur auf Englisch verfügbar, sollen aber fortlaufend von den Kommissionsdienststellen aktualisiert und ergänzt werden. Sie bieten Antworten auf die häufigsten Fragen: 
  1. Conformity assessment procedures for protective equipment
    Diese Leitlinien helfen den Herstellern bei der Bewertung der geltenden rechtlichen und technischen Anforderungen vor der Einfuhr neuer Produkte in die EU oder der Inbetriebnahme von neuen oder der Umstellung bestehender Produktionsanlagen für die Herstellung von Schutzausrüstung wie Masken, Handschuhe und OP-Kittel. 
  2. Guidance on the applicable legislation for leave-on hand cleaners and hand disinfectants (gel, solution, etc.)
    Diese Leitlinien sollen den Wirtschaftsakteuren, einschließlich kleiner und mittelständischer Unternehmen, über den geltenden Rechtsrahmen für das Inverkehrbringen von hydro-alkoholischem Gel in der EU und die damit verbundenen Ansprüche informieren.
  3. Conformity assessment procedures for 3D printing and 3D printed products to be used in a medical context for COVID-19
    Diese Leitlinien geben Hinweise auf das Konformitätsbewertungsverfahren für den 3D-Druck und 3D-Druckerzeugnisse für den medizinischen Gebrauch.

Allgemeine Information zum Umgang mit dem Virus

Vorbereiten auf einen Pandemiefall

Das  Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hat ein Handbuch "Betriebliche Pandemieplanung" für das Influenza-Virus veröffentlicht, das unter  www.dguv.de abgerufen werden kann. Es soll als Ratgeber für Betriebe dienen, die einen eigenen Pandemieplan aufstellen wollen, um der Fürsorgepflicht gegenüber den Arbeitnehmern gerecht zu werden und gleichzeitig den Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können.
Die große Vielfalt von Produkten und Dienstleistungen, Kunden und Lieferanten, Betriebsstrukturen und -größe erfordert von den Unternehmen eine individuelle Planung. Das Handbuch funktioniert deshalb als Leitfaden mit Checklisten, in denen möglichst viele bedenkenswerte Punkte aufgeführt werden. Es wurde zwar für eine Influenza-Pandemie erarbeitet, kann jedoch auch als Ratgeber für eine Coronavirus-Pandemie herangezogen werden.
Schleswig-Holsteins Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren hat gesonderte Verhaltenstipps zum Coronavirus SARS-CoV-2 für Arbeitgeber veröffentlicht.

Notfall-Handbuch für Ihr Unternehmen

Mit einem Notfall-Handbuch bleibt das Unternehmen handlungsfähig, sollte der Chef plötzlich ausfallen. Der Betrieb wird vor unnötigem Schaden bewahrt. Der Unternehmer und seine Familie sowie die Arbeitsplätze sind abgesichert.

Gesundheitsämter in Schleswig-Holstein

Die Gesundheitsämter der Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein sind der erste Ansprechpartner, wenn Sie den Verdacht einer Infektion in Ihrem Unternehmen haben.