IHK-Konjunkturbericht - 4. Quartal 2016

Wirtschaft startet verhalten optimistisch in das Jahr 2017

Schleswig-Holsteins Unternehmen starten durchaus positiv in das Jahr 2017. Der Binnenmarkt erweist sich aufgrund des anhaltend hohen Beschäftigungsniveaus auch weiterhin als Grundpfeiler der wirtschaftlichen Entwicklung im Land. 21,8 Prozent der befragten Unternehmen planen für 2017 steigende Beschäftigtenzahlen, 62,8 Prozent gleichbleibende und 15,3 Prozent gehen von fallenden Zahlen aus. Der IHK-Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen null und 200 annehmen kann, hat sich im vierten Quartal von 110,4 auf 113,5 Punkte wieder leicht verbessert. Der entsprechende Vorjahreswert von 121,7 Punkten ist insbesondere nach dem Rückgang im dritten Quartal allerdings noch nicht wieder erreicht.
Dazu erklärte Klaus-Hinrich Vater, Vize-Präsident der IHK Schleswig-Holstein und Präsident der IHK zu Kiel: "Neben der guten Binnenkonjunktur darf man Dank des derzeit schwachen Euros auch für 2017 eine stabile Exportnachfrage erwarten. Bevorstehende politische Ereignisse könnten allerdings durchaus einen Schatten auf diese Ausgangslage werfen". 39,6 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage insgesamt als gut, 52,3 Prozent als befriedigend und 8,1 Prozent als schlecht (Vorquartal: 32,9 Prozent; 57,6 Prozent; 9,5 Prozent). Dies ergab die repräsentative Konjunkturumfrage der IHK Schleswig-Holstein.
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Bei der Betrachtung der einzelnen Wirtschaftsbereiche zeigt sich in der Industrie eine überwiegend befriedigende Geschäftslage. Nur bei den Herstellern von Investitionsgütern stellt sich eine überdurchschnittliche Lagebeurteilung dar. Die Bauwirtschaft verzeichnet einen leichten Anstieg gegenüber dem Vorquartal, und auch im Vergleich zum vierten Quartal 2015 zeigt sich die die aktuelle Lage weiterhin robust auf sehr hohem Niveau. Mit Blick auf den kommenden Frühling deuten die Erwartungen des Baugewerbes auf eine weitere Stimmungsverbesserung hin. Mit dem Weihnachtsgeschäft hat sich die Lagebeurteilung im Einzelhandel wieder verbessert, der Ausblick bleibt aber vorsichtig. Angesichts des höheren Transportaufkommens ist die Stimmung im Schleswig-Holsteinischen Verkehrsgewerbe gestiegen. Die Dienstleistungswirtschaft erweist sich unverändert als Garant für die stabile Konjunkturentwicklung im Norden. Vor allem unternehmensbezogene Dienstleister bewerten ihre gegenwärtige Geschäftslage weiterhin gut und blicken mit Zuversicht in das Jahr 2017, wenngleich das Niveau aus dem Vorjahresquartal nicht mehr ganz erreicht wird.
Insgesamt beurteilen die Unternehmen ihre Zukunftsaussichten etwas vorsichtiger als noch vor einem Jahr. 18,2 Prozent der Unternehmen erwarten eine günstigere Geschäftslage in den kommenden 12 Monaten, 61,5 Prozent eine gleichbleibende und 20,3 Prozent eine schlechtere Lage (Vorjahresquartal: 27,6 Prozent; 54,1 Prozent; 18,3 Prozent). Dazu Klaus-Hinrich Vater: "Die Unsicherheiten für die Unternehmen in Schleswig-Holstein sind nicht weniger geworden. Außenpolitische Unwägbarkeiten dürfen allerdings nicht von den eigenen innenpolitischen Aufgaben ablenken, deren Lösung die Weichen für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft in Schleswig-Holstein stellen".
Veröffentlicht am 8. Februar 2017